20 Jahre Playstation und das beste Spiel der Welt

Vor ein paar Tagen wurde die Play-Station 20 Jahre alt und bei Twitter hat man das Ereignis in Form von etlichen nostalgischen Tweets von PlayStation selbst und natürlich von ihren zahlreichen Fans gefeiert. Als ich so über meine Twitter Wall schaute, musste ich selbst über die Zeit mit der PSX nachdenken. Es gab schon verdammt viele coole Spiele für die Konsole und so einige Helden wurden geboren. Da wäre Crash Bandicoot, der sich zum Maskottchen von PlayStation hochgearbeitet hat, schade dass es da wohl keine neuen Ableger von Naughty Dog mehr geben wird. Oder Abe aus Abes Odysee, der es damals sogar zu einem Auftritt in einem Musikvideo geschafft hat. Aber vor allem haben sich zwei Spiele in mein Videospielerherz eingebrannt. Zum einen wäre da Tekken, bzw. vor allem Tekken 3. Die Präsenz, die dieses Spiel in der damaligen Zeit hatte, war einfach unglaublich und wird wohl nie wieder von einem Kampfspiel erreicht. In meinem Umfeld, war das in etwa vergleichbar mit dem heutigen Fifa, vielleicht noch etwas mehr, aber da mag mich auch meine Erinnerung ein wenig trügen. Jedenfalls kannte jeder Tekken und jeder hat Tekken gespielt. Immer wenn man zu irgendwem zu Besuch kam, konnte man sich sicher sein, dass erst einmal der King of Iron Fist bestimmt werden musste. Medial lief das nicht anders. Naja zumindest bei der damaligen Fernsehsendung Giga auf NBC und deren Ableger Giga Games. Sobald in der Sendung ein Gast war, musste derjenige ebenfalls ran, und sein Können am Controller unter Beweis stellen. Und nun zum zweiten Spiel, ein Spiel das ich bis heute als das Beste das ich jemals gespielt habe bezeichnen würde. Selten hat mich ein Spiel so gepackt und nicht mehr losgelassen. Die Rede ist von Metal Gear Solid.

 

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Dieses Spiel hat einfach alles. Eine unglaublich coole aber auch komplett verwirrende Story mit außergewöhnliche Charaktere, die einen für immer im Gedächtnis bleiben, ein ausgeklügeltes Gameplay und eine für damalige Verhältnisse ansprechende Optik. Ich werde wohl nie den Kampf mit Psycho Mantis vergessen. Der konnte die Gedanken des Spielers lesen und wusste somit immer was dieser als nächstes tun wird. Schon vor dem Kampf fingen seine Psychospielchen an, wenn er einen, anhand der Memory Card und den darauf befindlichen Speicherständen, analysierte. Jedenfalls war es gar nicht so leicht diese Nuss zu knacken. Heute würde das Ganze nicht mehr so gut funktionieren, da man leicht an eine Komplettlösung in Videoform kommt. Man kann sich sicher sein, dass, egal wie neu das Spiel noch ist, irgendjemand hat es bereits durchgespielt und bei Youtube sein Let’s play hochgeladen. Damals sah das ganze noch anders aus. Bis man da darauf kam, den Controller umzustecken, ist schon einige Zeit vergangen. Aber nur diese Frustmomente, in denen man das Spiel auch noch einmal zur Seite legen musste weil man es partout nicht geschafft hat, haben dazu geführt dass man sich so intensiv mit einem Spiel beschäftigen musste. Wenn man dann nach Tagen des vergeblichen Versuchens endlich die Hürde gemeistert hat, ist die Freude darüber natürlich umso größer. Das ist wahrscheinlich auch einer der Gründe, warum das Spiel so einen Eindruck bei mir hinterlassen hat.

Kurz zur Story. Solid Snake ist ein Agent, der sich im Ruhestand befindet. Ehemalige Mitglieder einer Spezialeinheit besetzen in einem Archipel in der Nähe Alaskas eine Militärbasis namens Shadow Moses. Dort halten sie den DARPA-Chef Donald Anderson, den ArmsTech Präsidenten Kennth Baker und auch die zunächst als Nichte des Colonels vorgestellte Meryl fest. Bei der Mission handelt es sich um eine so delikate Angelegenheit, dass der Colonel befindet, nur eine Person sei in der Lage den Auftrag auszuführen. Solid Snake. Also wird sein Ruhestand aufgehoben und der Agent erneut in eine Ein-Mann Mission geschickt. Er infiltriert die Basis durch ihr Lüftungssystem, muss aber schnell herausfinden, dass es um mehr geht als eine reine Befreiungsmission.

Um den Colonel mit dem Status seiner Mission auf dem Laufenden zu halten und weitere Instruktionen erhalten zu können, ist Snake mit einer Art Funkgerät ausgestattet, dem sogenannten Codec. Hierdurch kann er aber auch Kontakt zu weiteren Charakteren halten, die mehr oder weniger nützliche Informationen für Snake bereit halten. Neben dem Colonel steht Snake in Verbindung mit der Waffenexpertin Natascha Romaneko, die über sämtliche Waffensysteme bestens Bescheid weiß oder Mei Ling, bei der man speichern kann und die immer einen weisen Spruch aus ihrem Heimatland China auf Lager hat. Sollte man einmal im Spiel nicht weiter kommen, konnte es durchaus ratsam sein, die Personen im Codec zu kontaktieren und die teilweise sehr langen Dialoge aufmerksam zu verfolgen.

Allgemein wird bei Metal Gear Solid und eigentlich in der ganzen Metal Gear Reihe ein besondere Wert auf die Story gelegt. Die Videosequenzen nehmen dabei von Teil zu Teil zu und um bei der teilweise abstrusen Story noch durchzusteigen, muss man bei jeder Sequenz und jedem Dialog auch genaustens aufpassen. Die Geschichte entwickelt sich gerne auch mal Spielübergreifend weiter und Wendungen, die die Geschichte des vorigen Spiels noch einmal verändern sind nicht ungewöhnlich für die Reihe.

 

51Qf2DV9y-LWas vielen nicht bekannt ist, ist der Fakt dass es vor Metal Gear Solid auf der PSX bereits zwei Teile der Serie gab. In dem ersten Teil spielt man nämlich genau den Einsatz von Solid Snake, der des öfteren in dem PSX Teil Erwähnung findet. In seinem ersten Abenteuer muss Snake das Foxhound Mitglied Gray Fox retten und die Festung Outer Haven in Afrika infiltrieren. Als ich Metal Gear Solid zum ersten mal gespielt habe, war mir auch nicht bekannt, dass es noch weitere Teile gab und zum Verstehen der Geschichte sind diese auch nicht unbedingt notwendig. Vor allem weil die Story so schon kompliziert genug ist, sodass sie verständlicher ist, wenn man sich auf ein Spiel konzentriert und Verknüpfungen zu der Geschichte um Outer Haven außen vor lässt. Durch die HD-Collection auf der PS3 bekam ich aber nun die Möglichkeit die beiden Vorgänger nachzuholen. Für Spieler, die NES Spiele nicht mehr kennen, wird es wahrscheinlich schwer, den Charme der beiden ersten Teile zu entdecken, aber für mich, der gerne auch mal zwischendurch einen alten NES oder SNES Klassiker spielt, war es einfach nur schön das Spielerlebnis nachholen zu können. Schon in den ersten Teilen hieß es unentdeckt durch feindliches Gebiet zu schleichen, Schlüsselkarten sammeln um sich durch die verschiedenen Sicherheitsstufen der Gebäude zu arbeiten, und am Ende Metal Gear auszuschalten.

Aber zurück zum PSX Teil. Spielerisch hat MGS eine gute Balance zwischen Schleich- und Actionparts gefunden. Zwischendurch findet man immer wieder kleine Humorspitzen, die das Spiel komplettieren. Schleicht man zunächst noch durch einen Lüftungsschacht und kann Meryl bei Fitnessübungen in ihrer Zelle beobachten, sieht man sich im nächsten Moment schon mit dem Tod der eigentlich zu befreienden Person konfrontiert, um wenige Minuten später gegen einen Haufen anstürmender Soldaten zu kämpfen. Im Verlauf des Spiels muss sich Snake den ehemaligen Foxhoundmitgliedern stellen, was meist zu epischen Kämpfen führt. Neben dem schon erwähnten Psycho Mantis, muss sich Snake mit einem geheimnisvollen Ninja im Faustkampf messen, einen Hind-D mit Stinger Raketen von dem Dach einer Satelitenanlage aus bekämpfen, oder zum Schluss gegen Metal Gear Rex, einen zweibeinigen Panzer der neben einer Abschusseinrichtung für Atomwaffen, mit einer Feueranlage, einer mehrläufigen Maschinenkanone, Raketen und einem Laser ausgestattet ist.

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Ein besonderer Wiederspielwert in MGS entsteht durch die Boni die man am Schluss erhält. Und zwar gibt es zwei mögliche Enden. In dem einen hat man der Folter von Ocelot standgehalten und schafft es Meryl zu retten, in dem anderen hat man bei der Folter aufgegeben und schafft es nicht. Klingt so als wäre die Entscheidung einfach, natürlich will man der Folter standhalten, um der Held zu sein, für den der Name Solid Snake steht. Allerdings bekommt man bei dem Ende ohne Meryl von Otacon seinen Stealth Anzug, den man beim nächsten mal Spielen einsetzen kann. Meine Lösung des Problems ist also, zunächst einmal durchspielen um den Stealth Anzug zu erhalten und anschließend die Ehre von Snake wieder herstellen, indem ich im zweiten Durchgang Meryl befreie. Bei dem Ende erhält man ein Bandana, das einem unendlich Munition gibt. Da lohnt sich dann gleich ein dritter Durchgang, den man etwas anders angehen kann und nicht mehr ganz so versteckt agiert, sondern zur Abwechslung mal versucht seinen Weg zu Metal Gear Rex freizuballern. Dadurch und da ich alle paar Jahre Metal Gear Solid wieder auskrame, ist Metal Gear Solid eindeutig das Spiel, dass ich am häufigsten durchgespielt habe und ich bereue keinen einzigen Durchgang.

 


2 Gedanken zu „20 Jahre Playstation und das beste Spiel der Welt“

  1. Muito bom Beto. Sem vocea jamais tiraemos estes momentos registrados. Espero que a ABES tenha como armazenar este acervo para no futuro relembramos o nosso passado. As coisas boas que estamos fazendo Uma abrae7o, Vitorio.

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