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Elysium  Elysium (2013) on IMDb

Review

919ERwtwnEL._SL1500_Die dystopische Zukunftsvision Elysium spielt im Jahr 2154, in dem die Menschheit sich in eine zwei Klassen Gesellschaft aufgeteilt hat. 99% der Menschen leben in den Ruinen der alten Erde, die nur noch als Produktionsstätte dient. Die Privilegierten leben hingegen auf einer idyllischen Raumstation, auf der es ihnen an nichts mangelt. Technisch und medizinisch ist Elysium der Erde ebenfalls weit voraus. So gibt es auf der Raumstation die Möglichkeit Kranke in wenigen Sekunden komplett zu heilen, wohingegen die Menschen auf der Erde mit normalen Krankenhäusern, die komplett an die Grenzen ihrer Kapazitäten stoßen, vorlieb nehmen müssen. Den technischen Fortschritt bekommen die Erdbewohner größtenteils durch die vollständig aus Robotern bestehenden Ordnungshüter mit, die keine Menschlichkeit zeigen und auch vor dem Einsatz von Gewalt nicht lange zögern.

Max (Matt Damon) ist ein Ex-Sträfling, der schon seit seiner Kindheit davon träumt eines Tages auf Elysium zu leben. Als er sich auf den Weg zu seiner nun legalen Arbeit macht, muss er eine Routinekontrolle über sich ergehen lassen, woraufhin er dem Roboter einen dummen Spruch entgegen bringt. Dieser nimmt das als Widerstand gegen die Staatsgewalt war, was ihn dazu veranlasst Max zu überwältigen und ihm dabei den Arm zu brechen. Um sich behandeln zu lassen geht er in ein Krankenhaus, in dem er, zu seiner Überraschung, Frey (Alice Braga) begegnet. Sie ist eine Kindheitsfreundin von Max, die nun als Ärztin arbeitet.

Durch diesen Zwischenfall kam er zu spät zur Arbeit und hätte diese fast verloren. Der Kündigung nun grade so entkommen, kommt es bei seiner Maschine zu einer Fehlfunktion, bei der die Tür sich nicht mehr schließen lässt. Von seinem Aufseher genötigt geht er in den Raum, in dem Roboter mit radioaktiver Strahlung beschossen werden sollen, und versucht die Tür zu reparieren. Auf einmal schließt sich die Tür, und die Maschine beginnt prompt mit der Bestrahlung, obwohl sich Max noch in dem Raum befindet. Nachdem Max nun der kompletten Strahlung ausgetzt wurde, gibt es nur noch eine Möglichkeit zu überleben. Max muss endlich sein Vorhaben in die Tat umsetzen und sich nach Elysium begeben.

 

Mein Senf

Vom Bild her ist der Film wunderbar anzuschauen. Vor allem das utopische Elysium, das im Weltraum über der Erde schwebt, gefällt mir vom Design sehr gut. Es wurde angelehnt an den Stanford-Torus, bei dem es sich um eine real geplante Weltraumkolonie handelt. Theoretisch sollte in der ringförmigen Struktur durch künstliche Schwerkraft und Sonnenlich ein erdähnlicher Lebensraum geschaffen werden. Allerdings sind mir die Einblicke die ich von der Raumstation erhalte zu wenig. Ich hätte gerne noch mehr als eine Wiese, eine Krankenstation und das Regierungsgebäude gesehen und mehr über das Leben auf der Station erfahren. Genauso verhält es sich mit den Zuständen auf der Erde. Der kleine Einblick in das Leben von Max reicht nicht aus um die tatsächlichen Zustände auf der Erde richtig einschätzen zu können.

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Nach dem oscarnominierten District 9 beschäftigt sich auch der nächsten Film von Neil Blomkamp mit dem Konflikt zwischen dritter und erster Welt. Dieses Mal sind es keine Aliens sondern die Menschen selbst, die von anderen Menschen im Elend gehalten werden. Das macht Elysium zu einem etwas anderen Science Fiction Film,denn er besitzt eine stark gesellschaftskritische Botschaft, die auch auf die heutige Zeit angewendet werden kann. Wenn man diesen Film wirken lässt und über die heutigen Zustände und wie teilweise mit Menschen umgegangen wird nachdenkt, macht es ein Elysium wie es im Film dargestellt wird gar nicht so abwegig.

Ein bisschen zu viel war mir dann das krebskranke Kind seiner Kindheitsfreundin. Ein erwachsener Ex-Sträfling, der durch einen Arbeitsunfall stirbt, obwohl er gerettet werden könnte, war wohl nicht herzergreifend genug, da haben sie, so scheint es, noch die kleine Tochter eingeführt. Auch die Elysianer werden mir zu einschichtig dargestellt. Sie sind die Bösen und einer ist böser als der Andere.

Abschließend kann man sagen, dass der Film auf jeden Fall sehenswert ist, aber auch nichts besonderes. Die Effekte sind schön anzusehen und technisch ist der Film auch überzeugend. Die Story lässte aber stark zu wünschen übrig und um wirklich gesellschaftskritisch zu sein, fehlt einfach einiges an Inhalt.


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