Nintendo Switch

Nintendo und der Third Party Support

Nintendo verfügt wohl unter den drei Hardwareherstellern über die stärksten Marken. Doch Mario und Zelda allein reichen nicht aus, um eine Kosole erfolgreich am Markt zu etablieren. Dieses Mal soll mit der Switch alles anders werden und schon bei der ersten Ankündigung wurden stolz die Entwickler und Publisher präsentiert, die als Third Party Nintendo in Zukunft unterstützen wollen.

Die Rückschläge der WiiU will Nintendo hinter sich lassen, sodass sie mit ihrem Hybrid-System und dem Flagschifftitel Zelda einer strahlenden Zukunft entgegenreiten können. EA ist mit an Bord, Ubisoft ebenso und sogar Bethesda gesellt sich in die muntere Runde der Nintendo Partner. Als es dann aber Zeit wurde die Karten auf den Tisch zu legen, ließ der angekündigte Support zu wünschen übrig. In den sozialen Medien konnte man eine negativ geprägte Stimmung feststellen.

Switch Third Party Support
© 2016 – Nintendo of Europe GmbH

 

Nintendo’s Partner

Ubisoft kündigte zwar gleich drei Titel an, allerdings sind alle bereits auf sämtlichen Plattformen längst erhältlich – Steep wurde im Dezember 2016 veröffentlicht und soll erst im Winter 2017 für die Switch erscheinen, Just Dance 2017 erschien im Oktober und Rayman Legends ist bereits seit 2013 zu haben.

Auch EA sorgte für Enttäuschung. Da tritt einer der weltweit größten Publisher während der Switch Präsentation auf die Bühne und hat nicht mehr als Fifa anzukündigen. Mal davon abgesehen, dass im nordamerikanischen Raum Fifa kaum Relevanz hat, ist es beunruhigend nur ein Spiel von EA zu sehen. Zumal die Befürchtung, es handele sich bei dem Switch Port um eine abgespeckte Version des Spiels, durchaus berechtigt ist. In Europa, vor allem auch in Deutschland, ist Fifa jedes Jahr aufs Neue eines der meistverkauften Spiele. Das bedeutet allerdings auch, dass Fifa Spieler bereits eine Plattform für ihr Spiel ausgesucht haben. Im Freundeskreis wurde sich auf eine Plattform geeinigt, damit man online zusammenspielen kann. Selbst wenn die Switch-Version also keine Nachteile per se hat, haben andere Plattformen sich bereits in der Spielerschaft etabliert und dadurch einen Vorteil gegenüber dem neuen Konkurrenten.

Seitdem Nintendo in ihrem Trailer Skyrim gezeigt haben, ist es eigentlich jedem klar gewesen, doch jetzt ist es offiziell bestätigt worden: Skyrim kommt auf die Switch. Was dem genauen Beobachter aufgefallen ist: Auf sämtlichen offiziellen Kanälen ist von Skyrim, nicht Skyrim Special Edition die Rede. Die Special Edition wurde im Oktober 2016 für Xbox One, PS4 und PC veröffentlicht – das originale Skyrim hingegen kam bereits 2011 für die letzte Konsolengeneration heraus. Ohne die Erweiterungen und das grafische Update ist es fraglich wie sehr die Portabilität alleine Switch Besitzer zum Kauf überzeugt.

Xenoblade Chronicles 2
© 2017 – Nintendo © 2017 Monolith Soft

 

Differenter Third Party Support

Kritisiert man den Third Party Support, muss differenziert werden, denn lediglich die westlichen Entwickler und Publisher zeigen sich zurückhaltend, was den Switch Support angeht. Mit Square Enix, Sega, Atlus, Capcom und sogar Konami setzen japanische Publisher und Entwickler ein ganz anderes Zeichen. Konami, die sich derweilen mehr auf ihre Pachinko Maschinen konzentrieren, bringen mit Bomberman einen Held der SNES-Ära zurück auf eine Nintendo Plattform. Square Enix kündigt Octopath Traveler an und liefert direkt zum Launch I am Setsuna. Capcom lässt die retro Herzen höher schlagen, indem sie Ultra Street Fighter 2 auf die Switch bringen. Neben Bomberman und Street Fighter wurde kurz nach dem Launch Blaster Master Zero von Sunsoft in den E-Shop gebracht. Atlus steuert zwar nicht direkt ein Spiel zum Portfolio bei, gibt aber mit der ankündigung eines Shin Megami Tensei Grund zur Vorfreude. Darüber hinaus sind bereits einige Indie-Highlights wie Shovel Knight, World of Goo, Snipperclips und Binding of Isaac (US) im E-Shop verfügbar und weitere große Namen wie Stardew Valley, Yooka Laylee, Snake Pass und Minecraft bereits angekündigt. Die erste Euphorie mag nach der Präsentation und den damit einhergegangenen Spieleankündigungen verblasst sein, es ist jedoch noch zu früh, um die Switch zu Grabe zu tragen.

Snipperclips
© 2017 – Nintendo

 

WiiU vs. Switch

Im Vergleich zur WiiU wirkt das Lineup auf den ersten Blick schwach. Bis auf Skylanders, kein Support von Activision Blizzard – für die WiiU gab es zum Release ein Call of Duty, nur Ports älterer Spiele von Ubisoft – die WiiU bekam ZombieU, usw. Nachdem sich die WiiU allerdings nicht wie erhofft verkauft hat, wurde sie von allen Spieleherstellern fallen gelassen.

Nintendos Problem mit den Third Partys

Verkauft sich die Switch gut, kommen automatisch die Third Party Entwickler und bringen ihre Spiele auf Nintendos Konsole. Es besteht eine Interdependenz, also eine wechselseitige Abhängikeit, zwischen dem Absatz der Konsole und der Unterstützung der Spielehersteller, die Nintendo vor ein Problem stellt. Einerseits braucht Nintendo externe Entwickler, damit regelmäßig Spiele erscheinen und die Switch als Spieleplattform attraktiv wird. Andererseits lohnt es sich für Entwickler nur die Switch zu unterstützen, wenn sie sich erfolgreich verkauft und für Spieler langfristig interessant bleibt. Das Beispiel der WiiU zeigt, dass Nintendos Titel alleine nicht ausreichen, um genügend Einheiten abzusetzen. Gute exklusive Spiele gab es auf ihr nämlich einige. Es zeigt ebenso, dass Ports von bereits veröffentlichen Spielen, die Konsole nicht attraktiv für potenzielle Käufer erscheinen lässt. Nintendo muss im ersten Jahr das Potenzial der Switch beweisen und eine solide Spielerbasis schaffen, die es für Third Party Entwickler lukrativ macht, Spiele für die Switch zu entwickeln. Des Weiteren muss sich das Konzept der Switch beweisen, damit sie nicht wie die WiiU von den meisten ignoriert oder wie die Wii nach einigen Monaten zum verstauben im Regal landet.

Switch in einer Reihe mit Xbox und PlayStation

Wichtiger als zum Launch Ports alter Titel, die bereits jeder gespielt hat zu haben, ist es für den Erfolg der Nintendo Switch, dass sie bei Neuankündigungen auf der E3 usw. in einer Reihe mit Xbox One und PS4 genannt wird. Auch wenn die Switch Version dann optisch nicht mit den beiden Konkurrenten mithalten kann, gibt es immer noch das Argument der Portabilität. Wenn die Switch dann bei den Grafikbombasten außen vor stehen bleibt, ist das zu verkraften, solange genug interessante Titel mit einem Release im gleichen Zeitraum wie bei den anderen Konsolen angekündigt werden.

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