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Chappie

Chappie CoverDer Film Chappie beginnt mit einem Zusammenschnitt aus Nachrichten, die über Gewalt und Kriminalität in Johannesburg berichten. Polizisten haben immer wieder das Nachsehen im Kampf gegen die Banden, doch das soll sich nun ändern. Auf einer Pressekonferenz stellt der Polizeipräsident die neue Wunderwaffe gegen alles, was momentan in der Metropole schief läuft, vor. Korruption, Gewalt und Kriminalität sollen von dem Robopolizisten zerschlagen werden und die Stadt wieder in neuem Glanz erstrahlen lassen. Dieser Polizeiroboter wurde maßgeblich von dem Ingenieur Deon Wilson entwickelt. Dabei handelt es sich allerdings nicht um die einzige Art Roboter. Vincent Moor, ein weiterer Ingenieur, der mit Deon zusammenarbeitet, hat ebenfalls einen Roboter entwickelt. Sein Roboter handelt jedoch nicht selbstständig, sondern muss von einem Menschen ferngesteuert werden. Letztendlich hat sich das Unternehmen gegen die ferngesteuerten Maschinen von Moor entschieden. Seitdem nutzt er jede Gelegenheit Deon und seine autonomen Roboter schlecht dastehen zu lassen. Obwohl Deons Robopolizisten sich bereits im Einsatz als erfolgreich erwiesen haben, ist er noch nicht am Ende seiner Forschung. Er hat sich zum Ziel gesetzt seine Polizeiroboter weiterzuentwickeln, sodass sie eines Tages eine echte künstliche Intelligenz besitzen. Sie sollen genauso wie ein Mensch lernen können und selbst Entscheiden, welches Handeln für sie richtig oder falsch ist. Zu Hause forscht Deon deswegen unermüdlich weiter, um aus seiner Fantasie irgendwann Realität werden zu lassen. Eines Abends scheint ihm der Durchbruch tatsächlich gelungen zu sein. Jetzt fehlt ihm nur noch das passende Testobjekt. Am nächsten Tag versucht er seine Vorgesetzte von dem Projekt zu überzeugen, doch vergebens. Kurzerhand beschließt Deon seine Forschung auf eigene Faust fortzusetzen und stiehlt einen defekten Polizeiroboter. Grade als er sich auf den Heimweg begibt, treten Yolandi und Ninja auf den Plan und entführen Deon mitsamt seinem Roboter.

Robopolizist

Robcop trifft Nummer 5. Der Film Chappie erinnert in seiner Prämisse deutlich an den 80er Jahre Klassiker Robocop. Auch hier sollen die bisherigen Polizisten, durch Roboter ersetzt werden. Spätestens sobald der Moose vorgestellt wird, der deutlich an den ED-209 erinnert, sind die Gemeinsamkeiten nicht mehr von der Hand zu weisen. Der neidische Ingenieur, dessen Idee verkannt wird und der nun einen Plan ausheckt, wie er das aktuelle Programm sabotieren und seiner Erfindung doch noch zum Durchbruch verhelfen kann.

Chappie Panorama

Posititv an dem Film aufgefallen und wirklich beeindruckend waren die Locations. Der Kontrast aus Science-Fiction Setting und den rauen Straßen von Johannesburg haben eine aufregende Komposition ergeben. Die Sets waren allerdings das einzig Authentische. Die Charaktere wirken die meiste Zeit völlig überzeichnet, um nicht zu sagen lächerlich. Es hätte dem Film gut getan, wenn Blomkamp auf richtige Schauspieler zurückgegriffen hätte. Optisch passen die zwei Gestalten zwar gut und der Soundtrack war durch die beiden Mitglieder der Band „Die Antwoord“ auch eine Bereicherung, aber die Darbietung der drei Gangster ist bemerkenswert schwach.

Ninja - Chappie

Der Film Chappie scheint sein Ziel völlig aus den Augen zu verlieren. Aufgrund der lächerlich wirkenden Charaktere und Handlung kann man den Film einfach nicht ernst nehmen. Oft stellt sich die Frage, was an dem Film nun Komik sein soll und was nur unfreiwillig komisch wirkt. Das Roboter Baby, das den Gangster imitiert. Yolandi, die besorgte Mutter, die sich doch nur um den kleinen Chappi sorgt. Unterstützt wird die melodramatische Handlung in den ruhigeren Szenen durch eine völlig überzogene und deplatziert wirkende theatralische Musik. Hier wird dem Zuschauer mit aller Deutlichkeit signalisiert, dass er sich hier um Chappie und Co. sorgen soll.

Chappie - Fistbump

Sobald die Botschaft der Szene dem Zuschauer mit der Faust aufs Auge präsentiert werden muss, weiß man, dass gesellschaftskritische Ansätze hier nicht zu erwarten sind. Dabei war mit Robocop die Vorlage bereits da, allerdings wurde das Potenzial durch eine Aneinanderreihung von Albernheiten gnadenlos verschenkt.

Um mit etwas positivem abzuschließen, soll hier die wirklich gelungende Darstellung des Roboters Chappie erwähnt werden. Mimik und Gestik wirken bei Chappie authentischer als bei so manch menschlichem Schauspieler in dem Film.

Fazit

Chappie ist ein Film, der durchaus unterhalten kann, solange man nicht zu hohe Erwartungen hat. Blomkamp schafft es nicht, an die Qualität von District 9 anzuknüpfen und auch ein Vergleich zu seiner offensichtlichen Inspirationsquelle Robocop, tut dem Film ebenfalls keinen Gefallen. Wenn man sich aber damit abfinden kann, nicht die tiefgründigste Geschichte erzählt zu bekommen, bleiben noch die nett anzusehenden Bilder und die zahlreichen humoristischen Momente, die meist allerdings aus Albernheiten bestehen.