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How much wood could a woodchuck chuck if a woodchuck could chuck wood?

Dream Home

Dream Home gehört zu den Filmen, die mit so wenig Vorwissen wie möglich angeschaut werden sollten. Das einzige was im Vorfeld bewusst sein sollte, ist, dass Euch explizite Gewalt und Gore erwartet. Personen mit schwachen Nerven oder Mägen sind damit gewarnt. Jedem, der einen gorelastigen Film im realen Setting sehen möchte, empfehle ich den Film ohne weiterzulesen (gratis bei Netzkino) anzuschauen.

Dream Home - CoverSeit langer Zeit hegt Cheng den Traum, eine Wohnung mit Meeresblick in Hongkong zu besitzen. Allerdings verdient sie trotz ihrer zwei Jobs nicht sonderlich viel und die Finanzkrise treibt die Immobilienpreise immer weiter in die Höhe. Um sich ihren Kindheitstraum dennoch zu erfüllen, greift Cheng zu unkonventionell blutigen Mitteln.

 

Dream Home überzeugt vor allem durch seine Gore-Elemente. Cheng schreckt bei ihren Gewaltexzessen vor nichts zurück und metzelt sich ohne Gnade durch ein Hongkonger Wohnhaus. Durch die vorwiegend praktischen Effekte wirkt die Darstellung von Blut und Gedärmen überzeugend, sodass der Ekelpegel konstant gehalten wird.

Dream Home - Murder

Doch der Film beschränkt sich nicht nur auf sinnloses Gemetzel, sondern äußert sich auch kritisch gegenüber der Wohnsituation in Hongkong. Zu Beginn des Films wird eine Statistik gezeigt, in der zu sehen ist, dass das Einkommen der in Hongkong lebenden Menschen seit 1997 grade einmal im Durchschnitt um 1 % gestiegen ist. Wohingegen allein im Jahr 2007 die Wohnungspreise um 15 % angestiegen sind. Cheng hat zwei Jobs und arbeitet hart um sich den Wunsch eine Wohnung ihr Eigen nennen zu könne zu erfüllen. Doch trotz ihrer Zielstrebigkeit bleibt ihr dieser verwehrt. In Rückblicken erfahren wir mehr zu den Hintergründen von Cheng und lernen ihre Motivation kennen. Ebenso wird gezeigt, dass Cheng schon in ihrer Kindheit ein Opfer der Immobilienwirtschaft war.

Der gesellschaftskritische Ansatz ist allerdings sehr spezifisch. Man kann zwar durch den Hintergrund der Immobilienkrise die Motivation von Cheng nachvollziehen, allerdings reicht diese Thematik nicht aus, um die Waage zwischen Satire und Gore zu halten.

Fazit zu „Dream Home“

Dream Home blüht auf, sobald der Fokus auf seine Horrorelemente gelegt wird. Wenn Cheng mit ihrer Mordserie loslegt, schafft der Film durch eine kompromisslose Darstellung der Gewalt zu schockieren. Sobald allerdings auf das Motiv der Mörderin eingegangen wird, weist er deutliche Schwächen auf. Er bietet zwar durch seine kritische Auseinandersetzung mit der Hongkonger Immobilienwirtschaft einen frischen Ansatz für das Horrorgenre, das sich meist auf banalere Motive stützt, allerdings bleibt der Charakter von Cheng zu eindimensional und unsympathisch, um wahres Interesse an der Figur zu wecken. Die Rückblenden fühlen sich oftmals als deplatzierte Unterbrechung des eigentlichen Interessanten an. Trotzdem halte ich das Konzept des Films für spannend und erkenne den Versuch an, das Horrorgenre durch einen neuen Ansatz zu erweitern. Auch wenn dieser Versuch nicht unbedingt geglückt ist, bleibt Dream Home ein gelungener Horrorfilm, der zwar nicht das Genre neu erfindet, aber dennoch, trotz seiner Längen, mit Blut, Gewalt und Gore zu unterhalten weiß.

Creed - Rocky's Legacy


Creed - CoverApollo Creed und Rocky Balboa waren Feinde im Ring, die über die Jahre zu guten Freunden wurden. Adonis Johnson ist der uneheliche Sohn von Apollo. Nachdem dieser verstorben ist, sucht dessen Frau den jungen Adonis auf, und nimmt ihn bei sich auf. So wuchs Adonis wohlbehütet auf und baute sich eine Karriere auch ohne den großen Namen seines Vaters auf. Als Geschäftsmann konnte er sich in einem angesehenen Unternehmen hocharbeiten, doch seine Leidenschaft liegt im Boxen. Eines Tages fasst er endgültig den Entschluss in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und beschließt professioneller Boxer zu werden. Um sich auf seinen ersten Profikampf vorzubereiten, sucht Adonis den härtesten Kontrahenten seines Vaters, die Boxlegende Rocky Balboa auf. Nachdem Rocky zunächst kein Interesse hat, willigt er ein den hartnäckigen Adonis „Creed“ Johnson zu trainieren.

Creed ist eine würdige Fortsetzung des Rocky Franchise. Der Film greift den Charme der alten Filme auf und hält dennoch genug Neues bereit, um eine eigene interessante Geschichte zu erzählen. Trotzdem habe ich mich aus verschiedenen Gründen an einigen Stellen des Films gestört.

Rocky Adonis "Creed" Johnson

Der Held der früheren Teile wird gelungen integriert, indem Rocky zum Trainer von Adonis Johnson wird. Dabei hat er neben seinem Alter, durch seine gesundheitliche Situation seinen ganz eigenen Kampf zu bestehen. Nicht nur an Rocky hat der Zahn der Zeit genagt, auch Sylvester Stallone ist sichtbar älter geworden. Ihn nun ein vermutlich letztes Mal in seiner Paraderolle als Rocky Balboa zu sehen, hat für eine emotionale Involviertheit in den Film gereicht. Nicht selten habe ich mich dabei ertappt, wie meine Konzentration vom Bildschirm abließ und ich mich für einen kurzen Moment in meinen Gedanken verloren habe: Stallone, Actionheld meiner Jugend, ist 70 Jahre alt. Genau aus diesem Grund konnte ich mich nicht mit dem Weg anfreunden, den der Film gegangen ist. Ich verstehe den Ansatz. Ein 70 jähriger Sylvester Stallone kann nicht mehr selbst in den Ring steigen. Da wird die Krankheit eingesetzt, um seiner Rolle mehr Substanz zu geben, als nur in der Ecke eines aufstrebenden Boxers zu stehen. Im Grunde muss sich Rocky wie schon so oft zuvor aufrappeln und selbst seinen eigenen Kampf, abseits des Rings bestreiten. Einen Kampf, der zum härteste seines Lebens werden soll. Zugegeben gibt dieses Element dem Film noch einen weiteren dramatischen Narrationszweig. Nichtsdestotrotz hätte mir eine einfach nur in die Jahre gekommene Boxlegende gereicht. So wie ich Bruce Willis in Armageddon nicht weinen sehen wollte, will ich auch keinen kranken und gebrechlichen Rocky sehen.

Adonis Creed

Ein wichtiges Element aus den alten Rocky Filmen vermisse ich in dem Reboot. Vor allem in den ersten vier Teile stand Rocky stets einem außergewöhnlichen Kontrahenten gegenüber. Apollo Creed, Clubber Lang und Ivan Drago sind Namen, die man nicht vergisst. In Creed werden drei, vier Boxer vorgestellt, alle haben eine mehr oder weniger erfolgreiche Karriere und gegen einen von ihnen geht es dann zum großen Finale in den Ring. Dabei ist ein Kontrahent blasser als der Andere. Es wurde weder ein überzeichneter Gegner wie bei Rocky 3 oder 4 erschaffen, noch gibt es spürbare Bemühungen einen Charakter wie in Rocky 1 und 2 zu erschaffen.

Ein weiterer Punkt in dem Creed den Rocky Teilen 1 – 4 nicht das Wasser reichen kann, ist der Soundtrack. Die Hip Hop lastige musikalische Untermalung passt zwar zu Creed, lässt aber vergeblich nach markanten Tracks wie Eye of the Tiger, Hearts of Fire oder Gonny Fly Now suchen.

Adonis Creed Fight

Bezüglich der Performance der Darsteller wirken vor allem die Kämpfe im Ring teilweise mehr wie ein choreografierter Tanz, als ein echter Kampf. Mir ist natürlich bewusst, dass es sich bei den Kampfszenen um eine Choreografie handelt, es ist allerdings Aufgabe der Filmemacher mir die Illusion aufrechtzuerhalten und Kämpfe so überzeugend wie möglich zu inszenieren. Dies ist in Creed nur bedingt gelungen und wurde in etlichen Box- und Kampffilmen zuvor besser gemacht.

Filmemacher, die vorhaben in der nächsten Zeit ein Reboot oder Remake eines bekannten Filmes zu drehen, sollten bei Creed sehr aufmerksam sein. Der Film ist nämlich anschauliches Beispiel dafür, wie eine Auferstehung eines Franchise angegangen werden sollte. Der Charme der Reihe bleibt erhalten, es wird der nötige Respekt dem Original gegenüber gezollt und trotzdem eine frisch wirkende Geschichte erzählt. Bricht man Creed herunter, lassen sich deutliche Parallelen zum ersten Teil entdecken: der hungrige Underdog bekommt den Titelkampf, und nachdem er von niemandem als ernster Gegner angesehen wird, verdient er sich den Respekt im Ring.

Adonis Johnson

Im Gegensatz zu Rocky ist Adonis Johnson nach einer anfänglich harten Kindheit wohlbehütet aufgewachsen. Er ist nicht von der Straße in den Boxring gestolpert, sondern hatte eine vielversprechend Karriere, die er auch ohne den großen Namen seines Vaters aufgebaut hat. In den Ring zu steigen ist eine bewusste Lebensentscheidung von Johnson. Generell ist Adonis Johnson ein ganz anderer Charakter als Rocky. Dementsprechend schafft es Creed eine ausgewogene Balance zwischen bekannten und neuen Elementen zu finden.

Fazit zu „Creed“

Das Fazit zu Creed habe ich im Grunde zu Beginn gezogen. Der Film hat zwar einige Probleme, schafft aber trotzdem dem Namen Rocky gerecht zu werden und das Franchise würdevoll fortzusetzen. Die Erfolgsgeschichte von Rocky erlebt durch Adonis „Creed“ Johnson ein Reboot, das die Fortsetzung im neuen Gewand ermöglicht. Eine gelungene Mischung aus Altem und Neuem lässt Creed eigenständig eine gute Figur machen, und sich zugleich passend in die Rocky Reihe einfügen.



Produktionsland: USA
Originalsprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 2015
Länge: 133 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12

Regie: Ryan Coogler
Drehbuch: Ryan Coogler, Aaron Covington
Produktion: Robert Chartoff, William Chartoff, Sylvester Stallone, Kevin King Templeton, Charles Winkler, Irwin Winkler, David Winkler
Musik: Ludwig Göransson
Kamera: Maryse Alberti
Schnitt: Claudia Castello, Michael P. Shawver

Besetzung

Michael B. Jordan – Adonis Johnson; Sylvester Stallone – Rocky Balboa;Tessa Thompson  – Bianca; Phylicia Rashād – Mary Anne Creed; Tony Bellew – „Pretty“ Ricky Conlan;
Ritchie Coster – Pete Sporino; Wood Harris – Tony „Little Duke“ Evers

Kong: Skull Island

Kong - Plakat
© 2017 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC.

Ein Team aus Wissenschaftlern, Soldaten und Abenteurern begibt sich auf eine Expedition zu einer unerforschten Pazifikinsel. Neben der Schönheit unberührter Natur birgt die Insel große Gefahren. Nichts ahnend begeben sich die Forscher in das Revier des mächtigen Kong. Weitab jeglicher Zivilisation kommt es zu der unausweichlichen Konfrontation zwischen Natur und Mensch. Ein unerbittlicher Kampf ums Überleben beginnt.

 

Kong: Skull Island Kinostart: 09.03.2017

 

NESMania – Your Quest is over! TheMexicanRunner spielt alle 714 NES Spiele durch

Gestern Abend war ein historischer Moment in der Welt der Videospiele, als TheMexicanRunner (TMR) mit Super Mario Bros. 3 das letzte Spiel auf seiner Liste abhaken konnte. Nach insgesamt 3435 Stunden, 12 Minuten und 24 Sekunden hat TMR alle 714 offiziell lizenzierten Spiele für das Nintendo Entertainment System durchgespielt. Am 28. Mai 2014 begann der Speedrunner seine Reise durch die 8bit Ära von Nintendo mit dem Plattformer „Whomp ‚Em“. Das ambitionierte Projekt nannte er NESMania, inspiriert durch eine mexikanische TV Sendung namens „Nintendomania“.

Was als Scherz begann, wurde zu einer fast dreijährigen Aufgabe, die nicht nur TMR geprägt, sondern auch viele Gamer rund um die Welt inspiriert hat. Wer schon einmal zufällig NES Spiele angespielt hat, weiß – nicht jedes Spiel ist ein Super Mario Bros. Neben dem hohen Schwierigkeitsgrad steht man oftmals vor der banalen Herausforderung, überhaupt das Spielziel und die grundlegenden Spielmechaniken zu erkennen. TMR hatte den Vorteil, dass er sich bereits vor seinem NESMania, als Speedrunner an einigen, als besonders schwierig geltenden NES Spielen versucht hatte.

Wieviel Leidenschaft tatsächlich in das Projekt geflossen ist, zeigt wohl am besten der Playthrough von Miracle Piano, einer Piano Lernsoftware für das NES. Ziel war es, alle 36 Lektionen zu bestehen. Insgesamt benötigte TMR dafür unglaubliche 91 Stunden. Wer einen Blick in die Streams oder VODs von TMR geworfen hat, wird feststellen, dass es viele Momente des Frustes gab. Allerdings war auch viel Spaß mit der Aufgabe verbunden. Als es dann auf die letzten Spiele zuging, kam dann noch eine große Spur Nostalgie dazu.

Demnach ging NESMania auch sichtbar emotional zu Ende. In einer kleinen, vorbereiteten Rede bedankte sich TMR bei allen, die ihm bei der Herausforderung unterstützt haben.

Zukünftig möchte TMR erst einmal keine Projekte dieser Größenordnung angehen – SNESMania steht also noch nicht in den Startlöchern. Durch NESMania hat er viele Titel der letzten Jahre versäumt, die es nun nachzuholen gilt. Außerdem ermöglicht ihm die neu gewonnene Flexibilität die Teilnahme an kleineren Speedrun-Wettbewerben.

Fist Fight

Fist Fight Plakat
© 2016 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC.

Der Tag hätte für den Englischlehrer nicht schlechter laufen können: Der Tag hätte für den Englischlehrer nicht schlechter laufen können: Es ist der letzte Schultag und die Abgangsschüler sind außer Rand und Band. Durch bevorstehende Einsparungen am Schulbudget steht auch noch sein Job auf dem Spiel und das, obwohl er mit seiner Frau ein Kind erwartet. Das Fass zum Überlaufen bringt eine Konfrontation mit dem gefürchteten Kollegen Ron Strickland, der unglücklicherweise wegen Campbell seinen Job verloren hat. Strickland fordert ihn zu einem Faustkampf nach der Schule heraus und macht den Kampf in der gesamten Schule publik. Verzweifelt unternimmt Campbell alles Mögliche, um dem Kampf gegen Strickland zu entgehen.

 

Fist Fight Kinostart: 23.02.2017

 

T2 Trainspotting

Trainspotting 2 Plakat
© 2016 Sony Pictures Releasing GmbH

20 Jahre sind vergangen, vieles hat sich geändert, doch manche Dinge ändern sich nie. Als Mark Renton nach Hause zurückkehrt, trifft er auf seine alten Freunde Spud, Sick Boy, und Begbie, doch mit ihnen kommen auch das Leid, die Drogen und die selbstzerstörerische Lebensweise der alten Tage zurück.

Der erste Teil von Dannie Boyles Trainspotting basierte auf dem gleichnamigen Debütroman des schottischen Schriftstellers Irvine Welsh. 2002 schrieb Welsh eine Fortsetzung mit dem Namen „Porno“. T2 Trainspotting soll sich allerdings nur grob an dem Roman orientieren und nach dem Drehbuch von John Hodge gedreht werden.

T2 Trainspotting Kinostart: 16.02.2017

Nintendo und der Third Party Support

Nintendo verfügt wohl unter den drei Hardwareherstellern über die stärksten Marken. Doch Mario und Zelda allein reichen nicht aus, um eine Kosole erfolgreich am Markt zu etablieren. Dieses Mal soll mit der Switch alles anders werden und schon bei der ersten Ankündigung wurden stolz die Entwickler und Publisher präsentiert, die als Third Party Nintendo in Zukunft unterstützen wollen.

Die Rückschläge der WiiU will Nintendo hinter sich lassen, sodass sie mit ihrem Hybrid-System und dem Flagschifftitel Zelda einer strahlenden Zukunft entgegenreiten können. EA ist mit an Bord, Ubisoft ebenso und sogar Bethesda gesellt sich in die muntere Runde der Nintendo Partner. Als es dann aber Zeit wurde die Karten auf den Tisch zu legen, ließ der angekündigte Support zu wünschen übrig. In den sozialen Medien konnte man eine negativ geprägte Stimmung feststellen.

Switch Third Party Support
© 2016 – Nintendo of Europe GmbH

 

Nintendo’s Partner

Ubisoft kündigte zwar gleich drei Titel an, allerdings sind alle bereits auf sämtlichen Plattformen längst erhältlich – Steep wurde im Dezember 2016 veröffentlicht und soll erst im Winter 2017 für die Switch erscheinen, Just Dance 2017 erschien im Oktober und Rayman Legends ist bereits seit 2013 zu haben.

Auch EA sorgte für Enttäuschung. Da tritt einer der weltweit größten Publisher während der Switch Präsentation auf die Bühne und hat nicht mehr als Fifa anzukündigen. Mal davon abgesehen, dass im nordamerikanischen Raum Fifa kaum Relevanz hat, ist es beunruhigend nur ein Spiel von EA zu sehen. Zumal die Befürchtung, es handele sich bei dem Switch Port um eine abgespeckte Version des Spiels, durchaus berechtigt ist. In Europa, vor allem auch in Deutschland, ist Fifa jedes Jahr aufs Neue eines der meistverkauften Spiele. Das bedeutet allerdings auch, dass Fifa Spieler bereits eine Plattform für ihr Spiel ausgesucht haben. Im Freundeskreis wurde sich auf eine Plattform geeinigt, damit man online zusammenspielen kann. Selbst wenn die Switch-Version also keine Nachteile per se hat, haben andere Plattformen sich bereits in der Spielerschaft etabliert und dadurch einen Vorteil gegenüber dem neuen Konkurrenten.

Seitdem Nintendo in ihrem Trailer Skyrim gezeigt haben, ist es eigentlich jedem klar gewesen, doch jetzt ist es offiziell bestätigt worden: Skyrim kommt auf die Switch. Was dem genauen Beobachter aufgefallen ist: Auf sämtlichen offiziellen Kanälen ist von Skyrim, nicht Skyrim Special Edition die Rede. Die Special Edition wurde im Oktober 2016 für Xbox One, PS4 und PC veröffentlicht – das originale Skyrim hingegen kam bereits 2011 für die letzte Konsolengeneration heraus. Ohne die Erweiterungen und das grafische Update ist es fraglich wie sehr die Portabilität alleine Switch Besitzer zum Kauf überzeugt.

Xenoblade Chronicles 2
© 2017 – Nintendo © 2017 Monolith Soft

 

Differenter Third Party Support

Kritisiert man den Third Party Support, muss differenziert werden, denn lediglich die westlichen Entwickler und Publisher zeigen sich zurückhaltend, was den Switch Support angeht. Mit Square Enix, Sega, Atlus, Capcom und sogar Konami setzen japanische Publisher und Entwickler ein ganz anderes Zeichen. Konami, die sich derweilen mehr auf ihre Pachinko Maschinen konzentrieren, bringen mit Bomberman einen Held der SNES-Ära zurück auf eine Nintendo Plattform. Square Enix kündigt Octopath Traveler an und liefert direkt zum Launch I am Setsuna. Capcom lässt die retro Herzen höher schlagen, indem sie Ultra Street Fighter 2 auf die Switch bringen. Neben Bomberman und Street Fighter wurde kurz nach dem Launch Blaster Master Zero von Sunsoft in den E-Shop gebracht. Atlus steuert zwar nicht direkt ein Spiel zum Portfolio bei, gibt aber mit der ankündigung eines Shin Megami Tensei Grund zur Vorfreude. Darüber hinaus sind bereits einige Indie-Highlights wie Shovel Knight, World of Goo, Snipperclips und Binding of Isaac (US) im E-Shop verfügbar und weitere große Namen wie Stardew Valley, Yooka Laylee, Snake Pass und Minecraft bereits angekündigt. Die erste Euphorie mag nach der Präsentation und den damit einhergegangenen Spieleankündigungen verblasst sein, es ist jedoch noch zu früh, um die Switch zu Grabe zu tragen.

Snipperclips
© 2017 – Nintendo

 

WiiU vs. Switch

Im Vergleich zur WiiU wirkt das Lineup auf den ersten Blick schwach. Bis auf Skylanders, kein Support von Activision Blizzard – für die WiiU gab es zum Release ein Call of Duty, nur Ports älterer Spiele von Ubisoft – die WiiU bekam ZombieU, usw. Nachdem sich die WiiU allerdings nicht wie erhofft verkauft hat, wurde sie von allen Spieleherstellern fallen gelassen.

Nintendos Problem mit den Third Partys

Verkauft sich die Switch gut, kommen automatisch die Third Party Entwickler und bringen ihre Spiele auf Nintendos Konsole. Es besteht eine Interdependenz, also eine wechselseitige Abhängikeit, zwischen dem Absatz der Konsole und der Unterstützung der Spielehersteller, die Nintendo vor ein Problem stellt. Einerseits braucht Nintendo externe Entwickler, damit regelmäßig Spiele erscheinen und die Switch als Spieleplattform attraktiv wird. Andererseits lohnt es sich für Entwickler nur die Switch zu unterstützen, wenn sie sich erfolgreich verkauft und für Spieler langfristig interessant bleibt. Das Beispiel der WiiU zeigt, dass Nintendos Titel alleine nicht ausreichen, um genügend Einheiten abzusetzen. Gute exklusive Spiele gab es auf ihr nämlich einige. Es zeigt ebenso, dass Ports von bereits veröffentlichen Spielen, die Konsole nicht attraktiv für potenzielle Käufer erscheinen lässt. Nintendo muss im ersten Jahr das Potenzial der Switch beweisen und eine solide Spielerbasis schaffen, die es für Third Party Entwickler lukrativ macht, Spiele für die Switch zu entwickeln. Des Weiteren muss sich das Konzept der Switch beweisen, damit sie nicht wie die WiiU von den meisten ignoriert oder wie die Wii nach einigen Monaten zum verstauben im Regal landet.

Switch in einer Reihe mit Xbox und PlayStation

Wichtiger als zum Launch Ports alter Titel, die bereits jeder gespielt hat zu haben, ist es für den Erfolg der Nintendo Switch, dass sie bei Neuankündigungen auf der E3 usw. in einer Reihe mit Xbox One und PS4 genannt wird. Auch wenn die Switch Version dann optisch nicht mit den beiden Konkurrenten mithalten kann, gibt es immer noch das Argument der Portabilität. Wenn die Switch dann bei den Grafikbombasten außen vor stehen bleibt, ist das zu verkraften, solange genug interessante Titel mit einem Release im gleichen Zeitraum wie bei den anderen Konsolen angekündigt werden.