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Nintendo Switch - Meine Gedanken zur neuen Konsole von Nintendo

Die Nintendo NX heißt jetzt Switch und ist ein Hybrid aus Heimkonsole und Handheld. In einem dreiminütigem Trailer bringt Nintendo seinen Fans das Konzept ihrer neuen Konsole näher.

Letzte Woche präsentierte Nintendo den lang ersehnten Nachfolger der Wii U. Die größte Überraschung war, dass sich nahezu sämtliche Gerüchte, die über Monate im Umlauf waren bewahrheitet haben. Vor allem Eurogamer, aber auch diverse Nutzer des Neogaf Forums haben erschreckend präzise Details der neuen Konsole vorhergesagt. Die Nintendo NX heißt jetzt Switch und ist ein Hybrid aus Heimkonsole und Handheld. In dem dreiminütigen Trailer wird besonders die Mobilität präsentiert. Ein paar coole Dudes spielen Mario Kart unterwegs im Auto, im Flughafen treffen sich zwei Switch Spieler, im Flugzeug kann man es sich dank abnehmbarer Controller gemütlich machen, statt auf dem Platz mit den Kumpels Basketball zu zocken, kann auch zu viert lokal mit jeweils einem Joycon zusammengespielt werden, und wenn die Nachbarn mal wieder eine Party auf dem Dach veranstalten, kann die Nintendo Switch mitgenommen werden, wodurch trotz sozialer Verpflichtungen weiter Mario gespielt werden kann.

Nintendo Switch Logo
© 2016 – Nintendo of Europe GmbH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gut, die Beispiele sind etwas übertrieben und werden in der Realität kaum eintreffen, aber wir verstehen das Argument. Und das ist für den potenziellen Erfolg der Konsole besonders wichtig, nachdem die Wii U mit ihrer Ankündigung damals selbst eingefleischte Nintendofans verwirrt hat. Mit Details hält sich Nintendo allerdings weiterhin bedeckt. Der Trailer dient als Imagefilm, er soll ein gutes Feeling vermitteln, und das hat er getan. Die Nintendo Switch ist gut in der Gamingwelt angekommen. Der Nintendo Switch, die Nintendo Switch oder das Nintendo Switch, Nintendo Deutschland, sagt mal was dazu! Die meisten Nintendo Fans sind jedenfalls erleichtert und blicken mit Zuversicht der nahen Zukunft von Nintendo entgegen.
Edit: Offensichtlich ist die neue Konsole bei Nintendos Investoren nicht so gut angekommen. My Nintendo News beruft sich hier auf einen Artikel des Wall Street Journals, in dem Investoren von Nintendo einen stärkeren Fokus auf die Mobile Sparte, anstatt auf eine Handheld/ Heimkonsole fordern. Zum Wohle Nintendos und der gesamten Gamingwelt hoffen ich, dass dies nie passiert. Die ersten Spiele werden zwar definitiv durch die Lizenzen und den Namen Nintendo profitieren, doch wenn der Name durch qualitativ minderwertige Mobilgames erst einmal den guten Namen eingebüßt hat, werden sie sich auf einem hart umkämpften Markt durchsetzen müssen, der überflutet wird mit gratis und 99 Cent Spielen. Ich sehe durchaus Potenzial im Mobile-Gaming für Nintendo, aber nur als zusätzlicher Anker, um Interesse für ihre Konsolen und vollwertigen Spiele zu wecken, nicht um diese zu ersetzen.

Ich habe die neue Konsole sehr positiv aufgenommen, auch wenn noch viele Fragen und Bedenken übrig bleiben. Das beste Feature für mich ist, dass die Switch kein besonderes Feature hat. Kein nerviges Gimmick, sondern egal ob zu Hause oder unterwegs: es kann mit einem normalen Controller gespielt werden. Kein Spiel wird zwanghaft einen zweiten Bildschirm integrieren, kein unnötiges Rumgefuchtel durch die Bewegungssteuerung. Es wird eine normale Konsole, dessen einziges Feature es ist, dass sie mitgenommen werden kann. Dieses duale System aus portablem Handheld und Heimkonsole bringt allerdings auch meine größte Sorge mit sich, denn um etwas Derartiges zu realisieren müssen Kompromisse eingegangen werden. Einerseits braucht die Switch genug Leistung, um mit der Playstation 4/ Xbox One mitzuhalten und den Third-Party-Support zu gewährleisten, andererseits muss das Gerät den Anforderungen an ein Handheld Gerät standhalten. Akkulaufzeit ist in der Hinsicht die größte Sorge. Zudem stellt sich die Frage, wie man das Gerät aufladen kann. Ich hoffe auf die Möglichkeit ein Ladekabel an die Switch anzuschließen und es so bei mobilem Gebrauch zu laden. Schön fände ich auch einen HDMI Ausgang am Gerät, um zum Beispiel beim Besuchen von Freunden unkompliziert auf dem Fernseher zusammenspielen zu können – aber wozu dann die Dockingstation, alias der Toaster?
Edit: Laut einem Artikel auf Lets Play Video Games wird das Tablet alleine keine Verbindung zum Fernseher aufbauen können. Eine ungenannte Quelle berichtet, dass Nintendo intern darüber nachgedacht hat, das Tablet einzeln zu verkaufen, sie sich aber dagegen entschieden haben. „Nintendo considered internally the idea of selling the handheld portion separately, but had concerns that consumers who purchased the handheld without the dock may still think they could connect it to the TV. “ Aus dem Statement geht neben der Information, dass die Switch im Bundle verkauft wird auch hervor, dass das Tablet sich ohne die Dockingstation nicht an den TV anschließen lässt.

Switch Third Party Support
© 2016 – Nintendo of Europe GmbH

Jedenfalls wird die Konsole ordentlich an den Akkus zehren und es bleibt nur abzuwarten und zu hoffen, dass Nintendo in Zusammenarbeit mit Nvidia eine gute Lösung gefunden hat. Denn hier besteht so ziemlich die größte Gefahr, dass die momentan positive Stimmung gegenüber der Switch umschlägt. Als einen weiteren besonders kritischen Faktor sehe ich die Leistung an. Sollte die Switch deutlich schwächer sein, als die testosterongetriebenen Konsolen von Microsoft und Sony, wird Nintendo schnell in die Ecke „netter Versuch“ gestellt und uns steht eine neue Wii U bevor. Man muss sich nur an den Launch damals zurückerinnern: Auch dort hieß es, es werde einen starken Third-Party-Support geben. Ubisoft, EA, Activision – alle waren mit an Bord. Watchdogs kam für die Wii U, Rayman Legends war sogar zunächst exklusiv für die Wii U vorgesehen, Fifa kam für die WiiU und auch mit einem Call of Duty wurden die Nintendofans am Anfang beglückt. Doch was geschah dann? Richtig, nichts mehr. Fast sämtliche Entwickler stellten die Zusammenarbeit mit Nintendo ein. Die Wii U konnte nicht mit den Next-Gen Konsolen mithalten und selbst die Spiele, die umgesetzt wurden, waren im Grunde nur runtergebrochene Versionen ihrer Gegenstücke auf Xbox One und PS 4. Momentan zählt Power: 4 Teraflops, 7 Teraflops – auch wenn niemand weiß, was Teraflops sind und was diese Angabe genau bedeutet, weiß doch jeder, dass 7 größer ist als 4 und größer ist besser. Sobald die Spiele merkbar schlechter auf der Nintendo Switch laufen, als auf den anderen Konsolen, sehe ich die öffentliche Meinung ganz schnell ins Negative umschlagen.

Für mich persönlich spielt das alles eine untergeordnete Rolle: Ich werde die Konsole größtenteils als Heimkonsole nutzen. Auf die Spiele von Drittherstellern kommt es mir nicht an. Ich habe hier eine Playstation 4 und eine Xbox One stehen. Ich will die Nintendo Konsole für Nintendo Spiele, denn die waren auch auf der Wii U hervorragend und werden es auch auf der Switch sein. Meiner Meinung nach hat Nintendo mit der Wii U zwar die schwächste Konsole, trotzdem haben sie es hinbekommen die besten First Party Spiele zu liefern.Wooly World, Splatoon, Mario Kart, Smash Bros. 4, Tropical Freeze, Mario Maker um nur einige zu nennen. Dazu noch mit Xenoblade Chronicles X und Bayonetta 2 zwei fantastische Exklusivtitel. Das Problem mit der Wii U war nicht, dass es keine guten Spiele gab, sondern dass es wenige Spiele waren und diese Spiele konnten für viele den Kauf einer Wii U nicht rechtfertigen. Vor allem nicht für Personen, die nicht bereit sind die WiiU lediglich als Zweitkonsole zu verwenden und für die AAA-Titel zusätzlich eine PS 4 oder Xbox One anzuschaffen. Zu den meistverkauften Spielen jedes Jahr zählt nun einmal ein Fifa, Call of Duty oder Battlefield. Wenn die Konsole nicht in der Lage ist, die Spiele in äquivalenter Qualität im Vergleich zu anderen Konsolen wiederzugeben, gibt es für diese Zielgruppe keinen Kaufgrund.

Im Bezug auf den Mangel an Titeln für die Wii U bringt das Hybridsystem einen großen Vorteil mit sich. Bisher musste Nintendo Spiele für die Heimkonsole und für den Handheld entwickeln. Mit einem Hybrid können alle Nintendo Entwickler nun ihre Spiele für eine Konsole herstellen, was bedeutet es kommt seltener zu Spieleflauten. Es wird zwar momentan noch gesagt, dass die Switch nicht den 3DS ersetzt, aber das hat man auch über den Gameboy Advanced gesagt, als der 3DS vorgestellt wurde. Ein weiterer positiver Aspekt sind Nintendos starke IPs im Handheldmarkt. Kommt ein neues Pokemon, ein Monster Hunter, ein Dragon Quest oder ein Fire Emblem exklusiv für die Nintendo Switch wird sich diese allein aufgrund dieser Titel verkaufen. Ein ähnliches Gedankenspiel lässt sich auf den Mobilemarkt übertragen. Der Hype um Pokemon Go ist zwar vorbei, trotzdem hat er den Verkauf von Pokemon X und Y und auch das Interesse an den neuen Ablegern Sun und Moon nachhaltig gesteigert. Angenommen Mario Run generiert auch nur die Hälfte an Aufmerksamkeit und Nintendo kann anschließend das neue Mario Spiel exklusiv für die Nintendo Switch präsentieren. „Euch gefällt Mario Run?, warte ab bis ihr das neue Mario spielt.“ Zusammengefasst: Es steckt eine Menge Potenzial in einem Hybrid.

Besonders ist mir bei dem Trailer und Nintendos Präsentation der Switch aufgefallen, dass man im gesamten Video kein einziges Kind oder ältere Personen zu Gesicht bekommt. Alle gezeigten Darsteller sind jung und cool. Es macht den Anschein als distanziert sich Nintendo etwas von seinem familienfreundlichen Image. Allerdings ist auch kinder- und familienfreundlich nicht besonders cool und Nintendo hat schon lange nicht mehr den Stellenwert bei Kindern, wie sie es früher einmal hatten. Kinder wollen das spielen, was ihr großer Bruder spielt. Sie wollen sich nicht nur mit Kinderkram abgeben. Deshalb ist ein GTA oftmals bekannter und beliebter als ein Mario 3D World. Viele heutige Nintendo Fans sind damals in den späten 80ern und 90er Jahren mit dem NES, SNES und auch dem N64 aufgewachsen. Bei denjenigen besteht dann natürlich Interesse, ihren Kindern die Faszination von Nintendo mitzugeben. Doch Nintendo kann nicht nur auf ihre alten Fans setzen, daher sehe ich den Imagewandel als richtigen Schritt an, um erneut relevant im Videospielmarkt zu werden.

Nintendo Switch
© 2016 – Nintendo of Europe GmbH

Ein weiterer Punkt, über den viel im Vorfeld spekuliert wurde, ist Nintendos Rückkehr zu den Cartridges. Im Angesicht dessen, dass es sich nun bei der Nintendo Switch um einen Hybrid handelt, macht dies natürlich Sinn. Neben internem Speicher, auf den man die Spiele downloaden könnte, sind Cartridges meines Erachtens die einzig sinnvolle Option. Dazu habe ich die Hoffnung, dass dadurch Ladezeiten reduziert werden können. Das soll kein Angriff auf Microsoft sein und ich möchte anmerken, dass ich Xbox Spieler bin und die Konsole auch viel Gutes an sich hat, aber die Ladezeiten gehören definitiv nicht dazu und sind bei manchen Spielen unerträglich. Erst kürzlich ist Recore bei mir ins Regal gewandert, da die ständigen ein- bis zweiminütigen Ladebildschirme mir den Verstand geraubt haben.

Nintendo war im Gegensatz zu anderen Konsolenherstellern immer gut im Umgang mit Kompromissen. Der Fokus bei Nintendospielen liegt im Spielspaß selbst, nicht in Optik, Story usw. sondern in gut durchdachten und designten Spielen, die Spaß machen sollen. Trotz der schwächeren Hardware hat Nintendo zum Beispiel bei Mario Kart nicht auf einen lokalen Koop Modus verzichtet, der nach Aussagen von Sony und Microsoft auf ihren Konsolen technisch nicht umsetzbar ist. Auch bei Tokyo Mirage Session, bei dem der Spieler häufig die Gebiete wechselt, übersteigen die Ladezeiten nie die 15 Sekunden Marke. Auch bei dem Open World Spiel Xenoblade Chronicles X wurde dem Spieler eine Möglichkeit geboten, durch den Download von optionalen Dateien die Ladezeiten zu verringern. Nintendo geht Kompromisse ein, um das Spielerlebnis zu ermöglichen, das sie sich für das Spiel vorstellen. Andere Spielehersteller gehen diesen Kompromiss nicht ein. Bei Halo wurde zum ersten Mal in der Reihe auf einen Splitscreen Multiplayer verzichtet. Rennspiele lassen sich nicht mehr lokal gegeneinander fahren. Auch bezüglich anderer Dinger wird kompromisslos auf Optik gesetzt und versucht Narration immer weiter in den Vordergrund zu stellen. Mir stellt sich dabei die Frage, wie schafft die wesentlich schwächere WiiU Mario Kart 8 im 4 Spieler Split Screen darzustellen. Die Antwort ist simpel, sobald mehr als 2 Spieler gleichzeitig spielen, wird die Framerate auf 30 gesenkt und optische Details reduziert. Es wird ein Kompromiss zugunsten des Spielspaßes eingegangen. Diese Mentalität hatte Nintendo schon in den 90ern und selbst auf dem N64 konnten sich Spieler zu viert vor einem Bildschirm bei einer Runde Mario Kart 64 oder Golden Eye messen.

Nach dem Trailer, bleibt jetzt wieder nur abwarten übrig. Nintendo hat bereits angekündigt, dass eine detaillierte Präsentation der Nintendo Switch, Spieleankündigungen und auch Angaben zum Preis noch bis Januar 2017 auf sich warten lassen. Der Trailer war der erste Schritt und sollte das Konzept der neuen Konsole näherbringen. Das hat er geschafft. Nun heißt es wieder abwarten und weiter spekulieren.

Teenage Mutant Ninja Turtles (2014)


Teenage Mutant Ninja Turtles - CoverNew York City wird von einer Unterwelt Gang terrorisiert, die sich selbst als Footclan bezeichnet. Der Clan agiert im Schatten, sodass er bei den Einwohnern der Stadt nur als Gerücht kursiert. April O’Neal, eine ambitionierte Journalistin, will das ändern und versucht die Verbrechen des Footclan aufzudecken. Eines Nachts geht April auf eigene Faust einem Hinweis nach und schleicht sich zu den Docks. Dort wird sie nicht nur Zeuge, wie der Footclan einen Container ausräumt, sondern auch, wie eine mysteriöse Gestalt die Verbrecher in die Flucht schlägt. Angespornt von den Ereignissen an den Docks ist sie entschlossener denn je die Aktivitäten der New Yorker Unterwelt ans Tageslicht zu bringen. Bei ihrer nächsten Begegnung mit dem Footclan wird April als Geisel genommen. Erneut tauchen die Gestalten auf, schlagen den Clan in die Flucht und befreien April. Es stellt sich heraus, dass es sich bei den heimlichen Helden um die Teenage Mutant Ninja Turtles handelt. Die vier mutierten Schildkröten Donatello, Raphael, Leonardo und Michelangelo wurden von der Ratte Splinter großgezogen und in der Kunst des Ninjutsu unterrichtet.

Teenage Mutant Ninja Turtles ist nunmehr zwei Jahre alt und es steht bereits die Fortsetzung in den Startlöchern. Nach all der Zeit kann ich mit anderen, sehr viel gnädigeren Augen auf das Franchise Reboot zurückblicken.

Zu Beginn hatten die Turtles und ich einen holprigen Start. Vor allem das Design der Schildkröten hat mich bereits seit dem Release des ersten Trailers gestört. Diese zwei Meter großen, fast schon schleimigen Monster mit ihrem realistischen Look waren einfach zu weit von meiner Vorstellung der Turtles entfernt. Dazu kam noch der Transformer-Shredder, der auf mich wie eine recycelte Figur aus Michael Bays vorigen Filmen wirkt. Ja, sie sehen anders aus als in den vorigen Filmen und Serien, aber nachdem ich mich an die Neuinterpretation gewöhnt habe finde ich das Design gar nicht schlecht. Zudem muss man sich auch vor Augen führen, wer hier das Zielpublikum des Films darstellt. Wenn ich mir vorstelle, ich würde die vorigen Versionen nicht kennen und ginge als mein zehnjähriges Ich in den Film, wäre ich wohl auch begeistert von den Muskelpaketen, die immer einen lockeren Spruch auf den Lippen haben. Wahrscheinlich müssen die Turtles heute so aussehen, um zu funktionieren. Damit sie mit den Standards moderne Filme mithalten können ist jedenfalls klar, dass nicht wie in den Vorgängern erneut auf Kostüme gesetzt werden konnte – allein aufgrund der Actionsequenzen wäre dies undenkbar. Shredder allerdings wirkt auch nach zwei Jahren Bedenkzeit noch wie ein ausgemusterter Transformer.

Teenage Mutant Ninja Turtles - Action

Schnelle Schnitte, Bewegung in jedem Bild – man kennt es von Bay nicht anders. Hier wird der Einfluss des Produzenten auf Regisseur Liebesman deutlich. Denn auch in Teenage Mutant Ninja Turtles steht keine Kamera still und sämtliche Bay typischen Shots wurden irgendwie untergebracht. Doch auch wenn Kritiker seinen Stil kritisieren und als schlecht beurteilen, spricht das Publikum eine andere Sprache. Möglicherweise müssen nicht nur die Figuren so aussehen, wie sie aussehen, sondern auch der filmische Stil ist für die von Youtube geprägte Generation genau richtig – denn genau die soll er doch auch ansprechen. Der Erfolg gibt Bay hier Recht: Mit einem Budget von 125 Millionen Dollar hat der Film bei versetzten Filmstarts innerhalb von zwei Monaten über 350 Millionen Dollar eingespielt.

Jetzt bin auch ich jemand der diese ganzen CGI-Orgien kritisiert, doch ich muss auch anerkennen, dass der Film so wie er produziert wurde funktioniert. Damit meine ich nicht nur an der Kinokasse, sondern auch ich wurde von dem Film, nachdem ich meinen Schutzpanzer der Abneigung abgelegt hatte, gut unterhalten. Die Action, auch wenn komplett im Computer entstanden, ist aufregend inszeniert und bleibt dem Stil der früheren Turtles durch adäquat platzierte Gags treu.

Filmproduzenten versuchen aktuell so häufig wie noch nie mit Reboots und Remakes von Filmen aus den 80er bzw. 90er Jahren die Nostalgiker abzuholen. Dabei scheinen viele Filme bei ihrem ganzen Fanservice zu vergessen etwas Neues zu schaffen. Nehmen wir zum Beispiel Star Wars: man lässt nicht ohne Grund Han Solo durch Harrison Ford wieder aufleben und erzählt dabei die Geschichte des ersten Teils nur mit anderen Charakteren noch einmal. Versteht mich nicht falsch – auch ich hatte Gänsehaut bei „Chewie, we’re home“ im Trailer zu Force Awakens und natürlich habe ich mich gefreut noch einmal Han Solo auf einer seiner Missionen begleiten zu dürfen. Es gibt etliche Beispiele an Filmen, die eine alte Geschichte nehmen und im Endeffekt nur in einem modernisierten Gewand erneut erzählen. Turtles geht einen anderen Weg: das Design ist anders, der Look ist ein anderer und auch die Story weicht von sämtlichen Vorlagen, die mir bekannt sind, ab. Klar, die Turtles sind noch sprechende Ninja-Schildkröten und April ist eine Reporterin, es gibt schon einige Konstante, doch es wurde eben auch viel neu gemacht. Dafür respektiere ich Teenage Mutant Ninja Turtles mittlerweile.

Teenage Mutant Ninja Turtles - Megan Fox

Dass die Entstehungsgeschichte der Turtles dabei die mit Abstand dümmste ist, die je erzählt wurde, ist da eine andere Geschichte. Wir hatten schon eine Ratte, die im Käfig die Bewegungen eines Menschen nachgemacht hat und dadurch Ninjutsu gelernt hat und wir hatten einen Ninjutsu Meister, der mit Mutagen beschmierten Schildkröten in Berührung kam und zur Ratte wurde. Aber das Splinter in der Kanalisation ein Buch über Ninjutsu gefunden hat und sich dadurch zunächst selbst und anschließen den vier Schildkröten die hohe Kunst des Ninjutsu beigebracht haben soll, bringt es auf ein ganz anderes Level von unglaubwürdig. Auch heute ist dies ein Punkt, den ich für kritikwürdig halte und auch selbst am Film kritisiere, allerdings fällt heute meine Gewichtung anders aus. Betrachtet man den Film als Gesamtbild, spielt die Entstehung der Schildkröten kaum eine Rolle. Sie wird in wenigen Sätzen abgehandelt und ist nur Mittel zum Zweck, um die Verbundenheit zwischen April und den Turtles möglichst schnell zu erklären. Das ist zwar schlechtes Storytelling, allerdings weiß ich zu schätzen, dass ich nicht wie so oft mit einer unnötig langen Origin Story konfrontiert werde. Ebenfalls schlechtes Storytelling sind die vielen Plotlöcher. Zum Beispiel stellt sich mir die Frage, warum kann April Sacks hochauflösende Bilder der Turtles zeigen, ihrer Chefin allerdings nur ein Graffiti?

Das mag alles nach einer Apologie eines schlechten Filmes klingen, soll aber nur meine Ansicht verdeutlichen. Jedem sei freigestellt Teenage Mutant Ninja Turtles als schlechten Film zu kategorisieren und viele der geäußerten Kritiken sehe ich nach wie vor als berechtigt an. Ich habe jedoch meine mit Nostalgie beschlagene Brille abgenommen und aufgehört die Filme aus meiner Kindheit als Meisterwerke zu glorifizieren – denn das sind sie nicht. Ich sehe nun klarer und erkenne die Turtles Reincarnation als den kindgerechten Blockbuster an, der sie sein möchte.

Fazit zu „Teenage Mutant Ninja Turtles“

Teenage Mutant Ninja Turtles hat es schwer gegen die Turtles aus unserer Kindheit anzukommen, deswegen solltet ihr Versuchen diese Erinnerungen außen vor zu lassen. Die Filme und vor allem die Serie hat wohl eine Generation geprägt und den Meisten eine ziemlich genaue Vorstellung davon gegeben, wie ein Turtles Film auszusehen hat. Hier kann ein Film an den hohen Erwartungen seines Publikums nur scheitern und genau das spiegelt sich in den Kritiken wieder. Man darf hier allerdings nicht vergessen, dass damals wie heute das Zielpublikum der Turtles Kinder waren/sind. Als ihr die Serie geguckt habt, wart ihr Kinder, und falls ihr heute noch mal in die eine oder andere Folge reinschaut, fließt eine große Portion Nostalgie mit in die Wertung. Nehmt Abstand von euren Erwartungen und versucht das Reboot als das zu sehen was es ist: ein hauptsächlich für Kinder bzw. Jugendliche produzierter Blockbuster. Hätte ich diese Review vor zwei Jahren geschrieben, wäre wie bei so vielen anderen, auch ein kompletter Verriss des Films herausgekommen. Nun, da ich die ersten Eindrücke haben sacken lassen und dem Film eine zweite Chance gegeben habe, hat er mich durchaus unterhalten. Teenage Mutant Ninja Turtles ist bei weitem kein Meisterwerk und auch noch weit entfernt davon ein guter Film zu sein. Trotzdem macht der Film optisch einiges her und weiß durch Action und Humor für knapp zwei Stunden gut zu unterhalten. Ein durchschnittlicher Blockbuster eben. Und was den oft erwähnten Turtles Charme angeht muss ich anmerken, dass im Vergleich zu den bisherigen Verfilmungen, Teenage Mutent Ninja Turtles, allen voran Raphael mit seiner düsteren und rohen Art, am nächsten an der originalen Comicvorlage liegt.



Produktionsland: USA
Originalsprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 2014
Länge: 101 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12

Regie: Jonathan Liebesman
Drehbuch: Josh Appelbaum, André Nemec, Evan Daugherty
Produktion: Michael Bay, Andrew Form, Brad Fuller, Ian Bryce, Scott Mednick, Galen Walker
Musik: Kristin Øhrn Dyrud
Kamera: Nic Sadler
Schnitt: Lance Pereira

Besetzung

Megan Fox – April O’Neil; Pete Ploszek – Leonardo;
Alan Ritchson – Raphael; Jeremy Howard – Donatello;
Noel Fisher – Michaelangelo; Danny Woodburn – Splinter;
Tohoru Masamune – Shredder; Will Arnett – Vern Fenwick;
Whoopi Goldberg – Bernadette Thompson; William Fichtner – Eric Sacks;

Coherence


Coherence CoverCoherence erzählt die Geschichte von acht Freunden, die sich längere Zeit nicht gesehen haben und bei einem gemeinsamen Dinner einen netten Abend verleben möchten. Für eben diesen Abend haben Astronomen angekündigt, dass ein Komet an der Erde vorbeizieht. Doch was eigentlich ein schön anzusehendes Schauspiel am Himmel werden sollte, löst eine Anomalie aus, die das Strom- und Mobilfunknetz zum Erliegen bringt. Im Verlauf des Abends häufen sich die seltsamen Ereignisse, sodass sich die Freunde fragen müssen, was der Komet noch verursacht hat.

Neben der dokumentarischen Optik hat Regisseur James Ward Byrkit sich ebenfalls bemüht die Dialoge besonders authentisch wirken zu lassen. Die Gespräche am Tisch überschneiden sich, was in gewisser Weise chaotisch wirkt, aber auch eine ganz besondere Dynamik mit sich bringt. Bei einem Dinner mit Freunden sind parallel geführte Gespräche üblich, genauso wie das Dazwischenreden. Man hat durch die Art der Inszenierung das Gefühl, eine Gruppe von Freunden zu beobachten.

Sonst passiert am Anfang des Films nicht viel. Als Zuschauer weiß man zunächst nicht, was man von dem Film zu erwarten hat – aber das ist auch gut so. Grade diese Ungewissheit, macht diesen Film sehenswert. Daher habe ich die Inhaltsangabe sehr knapp gehalten und ich würde jedem, dem der Sinn nach einem Mystery Scinece-Fiction-Thriler steht, Empfehlen einfach den Film ohne weitere Informationen zu gucken.

Coherence - Mystery

Nach knapp 15 Minuten nimmt das Kammerspiel dann an Fahrt auf. Schnell steigern sich die Charaktere in die neue Situation hinein – etwas zu schnell für mein Empfinden. Ein Stromausfall und ein Klopfen an der Tür sind für die Protagonisten ein ausreichender Grund zur Panik. Dabei gibt es normalerweise genug Gründe, warum jemand an der Tür klopft – ein Nachbar der nach einer Taschenlampe fragt zum Beispiel. Dazu kommt das übertriebene Schauspiel der Darsteller, das dem Film einiges der aufgebauten Glaubwürdigkeit wieder nimmt. Hier erfolgt die Überleitung zum Hauptteil zu abrupt, wodurch ich mich als Zuschauer trotz der langen Einführung in die Handlung geschmissen fühlte.

Coherence - Drama

Wirklich gelungen ist die Mischung aus wissenschaftlichen Erklärungen, die nicht zu fordernd für den Rezipienten sind und den mysteriösen Geschehnissen, die sowohl den Protagonisten, als auch den Zuschauern Kopfzerbrechen bereiten. Alle Ereignisse erscheinen, trotz ihrer Abnormalität, glaubwürdig.

Nach dem Betrachten von Hintergrundinformationen zu Coherence wusste ich den Film gleich noch mehr zu schätzen. Da wäre zum Beispiel das mit 50.000 Dollar sehr geringe Budget. Der komplette Dreh fand daher zum größten Teil im Haus von Regisseur James Ward Byrkit statt. Des Weiteren gab es kein komplett ausgearbeitetes Script, sondern die Darsteller haben oftmals lediglich mit Stichwörtern zu der jeweiligen Situation gearbeitet und die Dialoge größtenteils improvisiert.

Fazit zu „Coherence“

Coherence ist ein spannender Science-Fiction-Thriller, der vor allem durch sein interessantes Drehbuch überzeugt, in der Umsetzung allerdings seine Schwächen hat. Berücksichtigt man allerdings die Umstände, unter denen der Film entstanden ist, sollte man leichter über einige dieser Mängel hinwegsehen können. Alles in allem wird eine spannende, mit einigen Überraschungen und Wendungen versehene Story erzählt, die man an einigen Stellen erahnen, jedoch nie komplett voraussehen kann.



Produktionsland: USA
Originalsprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 2013
Länge: 88 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12

Regie: James Ward Byrkit
Drehbuch: James Ward Byrkit und Alex Manugian
Produktion: Lene Bausager, Alyssa Byrkit
Musik: Kristin Øhrn Dyrud
Kamera: Nic Sadler
Schnitt: Lance Pereira

Besetzung

Emily Baldoni – Emily; Maury Sterling – Kevin;
Nicholas Brendon – Mike; Lorene Scafaria – Lee;
Hugo Armstrong – Hugh; Elizabeth Gracen – Beth;
Alex Manugian – Amir; Lauren Maher – Laurie

Ryse: Son of Rome


91NgRgHsaWL._SL1500_In Ryse: Son of Rome schlüpft ihr in die Sandalen des römischen Legionärs Marius Titus und schnetzelt euch durch 8 verschiedene Level, die stets einen linearen Verlauf nehmen. Das hat schon einmal den Vorteil, dass Marius sich nicht verlaufen kann. Zunächst verschlägt es den nach Rache dürstenden Legionär nach Britannien. Dort will er diejenigen zur Strecke bringen, die seine Familie auf offener Straße in Rom ermordet haben. Doch im Verlauf seines Schlachtzuges muss Marius, und auch der Spieler feststellen, dass möglicherweise doch nicht alles so ist, wie es zunächst den Anschein machte. List und Verrat führen immer wieder zu mehr oder weniger spannenden Wendungen. Es wird jedenfalls dadurch versucht die Geschichte interessant zu halten. Mehr will ich zur Story an dieser Stelle nicht verraten, denn ich will nicht die wenigen Überraschungen, die Ryse bereithält, vorwegnehmen.

Ryse - Finaler Angriff

Spielerisch bietet Ryse wenig Neues und ist maximal durchschnittliche Kost. Es gibt einen normalen Angriff, einen schilddurchbrechenden Angriff und sobald der Gegner benommen ist einen Angriff, der die Hinrichtungssequenz einleitet. Hier müsst ihr die richtigen Tasten im richtigen Moment drücken. Allerdings beeinflusst euer Timing nicht die korrekte Ausführung eures Angriffs, sondern lediglich den Bonus, den ihr erhaltet. So habt ihr durch solch eine Hinrichtung zum Beispiel die Möglichkeit etwas Gesundheit zu regenerieren.

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Welchen Knopf ihr drücken müsst, wird nicht wie bei Quick-Time Events üblich, durch das Erscheinen des zu drückenden Knopfes angezeigt, sondern durch das farbliche Umranden der attackierten Gegner. Dieses System ist weniger aufdringlich, aber trotzdem gut zu erkennen. Ryse glänzt dabei durch einen ziemlich hohen Grad an Brutalität: abgeschlagene Arme und explizit gezeigtes Erstechen der Gegner in Zeitlupe ist hier keine Seltenheit.

Ryse - Panorama Blick über das Schlachtfeld

Ryse: Son of Rome bietet nur kurzes Vergnügen, denn nach ca. 5 – 6 Stunden Spielzeit hatte ich mich bereits durch die 8 Kapitel gekämpft. So schlecht, wie Ryse gemacht wird, ist es dabei allerdings nicht. Erst einmal hat Ryse optisch einiges zu bieten und die altertümlichen Schlachten wirken gut inszeniert. Leider geht es stellenweise auch etwas unfair zu, vor allem wenn die Gegner mit Pfeil und Bogen angreifen und Marius einfach nicht vermag den Speer zu werfen. Ein weiteres Manko ist die viel zu steife Steuerung. Die verschiedenen Moves werden nur schwermütig ausgeführt und die Steuerung an sich wirkt störrisch, was zu einigen Frustmomenten führen kann. Zum Beispiel wenn ihr mitten in der Schlacht einen Speer aufheben wollt. Dies macht ihr nämlich durch Drücken der A-Taste. Ebenfalls durch diese Taste wird aber das Blocken ausgelöst. So passiert es, besonders in Situationen, in denen es schnell gehen muss, dass Marius einfach nicht nach der Waffe greifen will, wodurch er den ein oder anderen unnötigen Treffer einsteckt. Ebenfalls nicht unbedingt von Vorteil: es ist nicht möglich Gegner anzuvisieren. Folglich ist es erschwert in einem turbulenten Kampf die Übersicht zu behalten. Aufgrund der schwermütigen Bewegungen von Marius ist es stellenweise unmöglich auf die Angriffe der Gegner zu reagieren. Solltet ihr bereits zum Blocken eines Angriffs angesetzt haben, ein Gegner in eurer Nähe aber zu einem schweren Angriff ansetzt, habt ihr keine Möglichkeit mehr auszuweichen, da die Blockanimation zu lange dauert. Bevor ihr wieder Kontrolle über Marius erlangt und zur Rolle ansetzen könnt, wurdet ihr bereits von der wuchtigen Attacke getroffen. Außerdem führt das Rollen zu noch weniger Übersicht über das Kampfgeschehen. Da ist es einfacher sein Timing beim Blocken zu perfektionieren – denn mit einem perfekt getimten Block kann ebenfalls ein schwerer Angriff abgewehrt werden.

Ryse - Gladiatoren Arena

Trotz dieser Makel hatte ich Spaß mit Ryse: Son of Rome. Sobald ich mich an die schwermütige Steuerung gewöhnt hatte, war es durchaus unterhaltsam sich durch die feindlichen Einheiten zu kämpfen. Die Action, vor allem die kurzen Tötungssequenzen sind brachial und aufregend inszeniert. Des Weiteren werden die Kampfpassagen immer wieder durch Schießeinlagen an der stationären Armbrust oder den gruppierten Kampf gegen feindliche Bogenschützen in der Schildkrötenformation aufgelockert.Bevor mir das Spiel dann, aufgrund des eintönigen und an Komplexität mangelnden Kampfsystems langweilig wurde, war die Kampagne auch schon wieder vorbei. Das Spiel konnte den damaligen Erwartungen nicht standhalten, solange ihr allerdings Ryse als einen „Kopf aus“ Titel betrachtet, kann dieser durchaus kurzweilige Unterhaltung bescheren.




Studio: Crytek

Publisher: Microsoft Studios (Xbox One); Deep Silver (PC)
Erscheinungsjahr: 2013
Plattform: Xbox One/ PC
Genre: Action, Hack and Slash
Altersfreigabe: USK 18

Herr Fuku-chan von nebenan


71sIF7g9O7L._SL1200_Der 32-jährige Tatsuo Fukuda, den alle nur Fuku-chan nennen, arbeitet als Maler in Tokyo. Seit er die Highschool abgeschlossen hat und nach Tokyo gezogen ist, lebt er ein bescheidenes Leben in dem heruntergekommenen Appartmentkomplex FukuFuku Flats. Tagsüber ist Fuku-Chan durch seinen Job damit beschäftigt Gebäude in Tokyo zu streichen. Abends bastelt er in seiner Freizeit gerne Drachen, die er selbst kunstvoll gestaltet. Fuku-chan ist ein Mensch voller Güte, der sich in die Lage seiner Mitmenschen versetzen kann und ihnen aufmerksam zuhört. Deshalb kommen seine Nachbarn auch zu ihm, wenn sie Probleme haben und fragen um Rat. Als er mal wieder einen Streit schlichten möchte, lernt er seine beiden Nachbarn besser kennen und freundet sich mit ihnen an. Auch wenn der sympathische Fuku-Chan von allen gemocht wird, hat er mit den Frauen bislang kein Glück gehabt. Dies möchte sein Arbeitskollege ändern und arrangiert ein Date für den liebevollen Fuku-Chan.

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Fuku-chan von nebenan ist eine sehr bodenständige Tragikomödie. Bis auf einige surreale Spitzen (z. B. die Szene mit dem riesigen Drachen) fallen nur wenige Szene aus dem Rahmen. Ansonsten wird die Geschichte eines Menschen aus der unteren Mittelschicht erzählt, der jeden Tag seiner Arbeit nachgeht und ein unspektakuläres Leben lebt. Der Humor wechselt sich mit den dramatischen Szenen ab. Dabei wird nicht auf den großen Lacher gesetzt, sonder es wird behutsam und feinfühlig die Pointe eingeleitet.

Etwas absurd wird es jedoch, sobald man die Hintergründe zu dem Film etwas genauer betrachtet. Fuku-Chan wird nämlich entgegen den Erwartungen nicht von einem Mann, sondern von einer Frau gespielt. In Japan ist die Darstellerin von Fuku-chan Miyuki Oshima eine berühmte Komikerin, in Deutschland dürfte sie allerdings kaum jemandem bekannt sein.

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Fuku-Chan ist ein freundlicher junger Mann, der voller Güte allen seinen Mitmenschen jederzeit behilflich ist. Diese Mentalität von Fuku-Chan wird auch durch den Film transportiert. Hier wird das einfache Leben zu etwas Besonderem. Es wird auf unterhaltsame und doch gefühlvolle Weise das Konzept von Schönheit hinterfragt. Niemand hält Fuku-Chan mit seinem rundlichen Gesicht für ein Model, doch Chiho entdeckt in ihm eine ganz besondere Schönheit und möchte von ihm einen Bildband machen. Dabei versucht sie nicht, Fuku-Chan besonders herzurichten, sondern sucht die schönen Momente im Alltag. Sie fotografiert ihn während seiner Arbeit, während er glücklich mit seinen Freunden einen Drachen steigen lässt oder er sein Abendessen genießt.

Etwas von seiner Leichtigkeit büßt der Film ein, sobald das Thema Mobbing aufkommt. Hier wird deutlich, dass Fuku-Chan nur oberflächlich glücklich ist. Im Innern ist er ein tief verletzter junger Mann, dessen mangelnde Kompetenzen im Umgang mit Frauen, auf die traumatisierenden Erlebnisse während seiner Schulzeit zurückzuführen sind. Er versteckt seine verletzliche Seite hinter seinen Angewohnheiten. So spielt er lieber mit seinen Freunden mit seinem selbst gebastelten Drachen, als sich mit der Frau zu unterhalten, die sich für ihn interessiert. Als dann eine Frau aus der Vergangenheit in sein Leben tritt – seine erste große Liebe – kommt seine verletzliche und hoch sensible Seite zum Vorschein.

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Fazit zu „Herr Fuku-chan von nebenan“

Fuku-Chan von nebenan ist ein sehr herzlicher Film, der trotz seiner tragischen Elemente nicht seine Leichtigkeit verliert. Er lässt einen über Begriffe wie Schönheit und Normalität nachdenken, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger etwas anzuprangern. Fuku-Chan passt nicht in das Weltbild, das die meisten von einem normalen Leben haben. Er hat mit Mitte 30 noch keine Frau, interessiert sich für Drachen und lässt diese gerne steigen. Auch gilt er mit seinem runden Gesicht nicht als schön im Sinne des Idealbildes, das sich gesellschaftlich herauskristallisiert hat. Und trotzdem entdeckt Chiho in ihm etwas Besonderes. Die Mischung aus Klamauk, feinfühligem Humor und Dramatik machen Herr Fuku-chan von nebenan zu einem warmherzigen Film mit Wohlfühlfaktor.



Produktionsland: Japan, UK, Italien, Taiwan,
Deutschland
Originalsprache: Japan
Erscheinungsjahr: 2015
Länge: 110 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12

Regie: Yosuke Fujita
Drehbuch: Yosuke Fujita
Produktion: Naoko Arai, Keiko Fujimura, Adam Torel
Kamera: Yoshihiro Ikeuchi
Schnitt: Yoshisuke Hori

Besetzung

Miyuki Oshima – Fuku-chan; Asami Mizukawa – Chiho Sugiura;
Yoshiyoshi Arakawa – Shimacchi

Star Fox Zero


Star Fox Zero - CoverStar Fox Zero kann als eine Neuinterpretation des Nintendo 64 Klassikers „Star Fox 64“ bzw. „Lylat Wars“ angesehen werden. Die Story ist nahezu die gleiche wie bei der 19 Jahre alten Vorlage: Der böse Wissenschaftler Andross wurde auf einen weit entfernten Planeten verbannt. Dort schwor er Rache am Lylat-System zu nehmen. Eines Tages tauchen dann seine Truppen auf dem Planeten Corneria auf und es droht die Zerstörung der gesamten Stadt Corneria-City. General Pepper bittet Fox McCloud und sein Team um Hilfe, denn nur sie können die Stadt noch retten.

 

Walker
Der Walker kämpft sich durch die Raumstation

In Star Fox Zero bekämpft ihr die gegnerischen Truppen entweder im klassischen Arwing (Jet), dem Landmaster (Panzer) oder im Gyrowing. Bei einigen Gefährten ist es zudem noch möglich sie zu transformieren. Der Arwing zum Beispiel kann auf Knopfdruck in den Walker, ein Raptor ähnliches Gefährt, verwandelt werden. Der Gyrowing hat noch den Direct-i mit an Bord.

Gyrowing - direct-i
Der Gyrowing mit herabgelassenem Direct-i

Der Direct-i ermöglicht es in kleinere Räume einzudringen und dort diverse Konsolen zu bedienen, die dann den Weg für das Star Fox Team öffnen. Spielerisch bieten die verschiedenen Gefährte eine nette Abwechslung. Manche Level werden recycelt, indem ihr sie mit einem anderen Fahrzeug absolvieren müsst. Das funktioniert auch gut, da sich das Gameplay der Fahrzeuge deutlich voneinander unterscheidet. Zum Beispiel müsst ihr auf dem normalen Weg ein Level mit dem Gyrowing bestreiten, wobei sich das Level als eine Art Schleichmission darstellt. Auf der alternativen Route, steigt ihr dann für das Level in den Arwing und habt eine bestimmte Zeitvorgabe. Dadurch werdet ihr gezwungen eure vorige Taktik über den Haufen zu werfen.

Optisch ist Star Fox Zero ein solides Spiel, jedoch nicht mehr ganz zeitgemäß. Selbst auf der Wii U hat man bereits deutlich Besseres gesehen. Allerdings muss die Konsole auch zu jeder Zeit zwei Bildschirme bedienen, was selbst bei größeren Raumschlachten zu keinen Einbrüchen in der Framerate führt. Auf dem Fernseher ist das Flugzeug aus der Third-Person-Perspektive zu sehen. Auf dem Gamepad dagegen habt ihr die Cockpit-Sicht zur Verfügung. Diese ermöglicht ein zielgenaues Schießen, wodurch ein ständiger Blickwechsel zwischen den beiden Bildschirmen unabdingbar ist.

Dogfight mit dem Arwing
Dogfight im Arwing

Der große Unterschied zwischen Star Fox Zero und Lylat Wars: Die Steuerung

Wir Videospieler sind schon nicht leicht zufriedenzustellen. Zum einen beklagen wir, dass die Weiterentwicklung bei Tripple-A Spielen stagniert, zum Anderen springen wir bei jeder Veränderung unserer geliebten Spiele auf die Barrikaden. Nintendo hat in Zusammenarbeit mit Platinum Games bei Star Fox Zero versucht etwas Neues in die Serie zu implementieren. Zugegebenermaßen wirkt die Bewegungssteuerung bei Star Fox Zero etwas gezwungen und ist definitiv gewöhnungsbedürftig, doch nach einer gewissen Einarbeitungsphase funktioniert sie überraschend gut. Vor allem in Anbetracht der vielen negativen Stimmen bezüglich der Steuerung war ich sogar positiv überrascht. Denn eigentlich gehöre auch ich zu denjenigen, die mit Bewegungssteuerung nicht viel anfangen können. Bei Star Fox kommt man mit minimalen Bewegungen aus, um das Fadenkreuz auf sein Ziel zu bewegen. Auf Knopfdruck ist es dazu noch möglich das Fadenkreuz erneut zu zentrieren. Dadurch kann der Controller beliebig gehalten werden. Zum Beispiel kann das Fadenkreuz bei geneigter Haltung des Controllers zentriert werden, sodass trotz der geneigten Haltung ein frontales Ziel abgeschossen werden kann. Zudem steuert man das Fadenkreuz ebenfalls durch das Lenken des Arwings. Die Motion-Stuerung sollte dann ergänzend eingesetzt werden, um sein Ziel genau ins Visier zu nehmen. Zusätzlich ermöglicht die separate Steuerungsmöglichkeit, dass auch Ziele abseits der eigenen Flugrichtung abgeschossen werden können. Einen Kritikpunkt an der Steuerung habe ich allerdings: Beim Blick auf den Fernseher schießt man, trotz das man sein Ziel genau im Visier hat, daneben. Hier fällt beim Vergleich zwischen Gamepad und Bildschirm auf, dass nur mit Blick auf das Gamepad präzises Zielen möglich ist. Auf dem Bildschirm ist das Fadenkreuz, vor allem sobald man etwas am Bildschirmrand anvisiert, ein gutes Stück neben dem Ziel. Vor allem in den rasanten Dogfights mit Loopings und Barrel-Rolls oder den intensiven Bosskämpfen kann der ständige Blickwechsel zwischen Gamepad und Bildschirm dazu führen, dass man schon mal den Überblick verliert.

Star Fox Zero - Bosskampf

Die Steuerung zu meistern ist allerdings auch essenziell, denn es wird einem nichts geschenkt. Typisch für Platinum Games ist der Schwierigkeitsgrad von Star Fox Zero relativ hoch angesiedelt. Sind die ersten Level noch relativ einfach zu absolvieren, wird das Spiel danach spürbar schwerer. Spätestens sobald ihr euch daran versucht die etlichen Bonusrouten freizuschalten verlangt Star Fox einiges vom Spieler ab. Vor allem bei den Bosskämpfen am Ende der Level kann schon mal das ein oder andere Leben drauf gehen. Besonders gemein: Solltet ihr keine Leben mehr übrig haben, müsst ihr den gesamten Level noch einmal spielen. Es lohnt sich daher in jedem Fall die goldenen Ringe zu sammeln, um sich ein Extraleben zu erspielen. Auch der Arcade Modus, der nach einmaligem Durchspielen freigeschaltet wird, hat es in sich. Hier muss das Spiel ohne Continues abgeschlossen werden.

Obwohl ich am Ende mit der Bewegungssteuerung gut zurechtkam, sehe ich es als negativ an, dass Nintendo und Platinum Games den Spieler dazu zwingen diese zu benutzen. Nintendo hätten sich eine menge Ärger ersparen können, wenn sie eine alternative Steuerung implementiert hätten.

Wohl mein größter Kritikpunkt ist allerdings der fehlende Multiplayer. Es gibt zwar die Möglichkeit ko­ope­ra­tiv zu spielen, trotzdem ist, auch wenn der Fokus auf dem Singleplayer liegt, ein Multiplayer im Jahr 2016 obligatorisch. Selbst bei der Nintendo 64 Vorlage „Lylat Wars“ konnte man sich schon lokal zu viert gegenseitig abballern. Ein Multiplayer, lokal oder online, hätten die Spieldauer noch um einige kurzweilige Stunden verlängern können und wäre eine nette Ergänzung.

Fazit

Der größte Kritikpunkt, den man bei diversen Reviews liest oder hört, ist wohl die Steuerung. Ich kann es verstehen, wenn man sich generell gegen Bewegungsteuerung ausspricht. Das ist jedem selbst überlassen und demjenigen ist auch definitiv von Star Fox Zero abzuraten. Es entzieht sich allerdings meinem Verständnis, dass zum Beispiel „Steuerung erfordert Einarbeitungszeit“ bei einem größeren deutschen Spielemagazin als negativ bewertet wird. Zuerst einmal: Seit wann ist es negativ, wenn ein Spiel und dessen Steuerung Einarbeitungszeit benötigt? Nicht jedes Spiel kann auf einer simplen „drück X und mach alles“ Mechanik bestehen. Manche Spiele benötigen eine gewisse Zeit, damit man mit ihnen zurechtkommt, dadurch können diese Titel doch nicht schlechter bewertet werden. Star Fox ist schwierig und vor allem solange man die Steuerung nicht vollkommen beherrscht wird man abgeschossen.

Die Lernkurve ist entscheidend!

Wichtig ist dann, dass eine Lernkurve entsteht und man merklich besser wird. Und das ist zumindest bei mir der Fall gewesen. Hab ich beim ersten Durchgang noch allein um den Endboss Andross zu besiegen eine Stunde gebraucht, konnte ich mit etwas mehr Übung den Arcade Mode in knapp 70 Minuten abschließen.

Das Spiel nutzt die Hardware der Konsole aus und Nintendo versucht hier mit Platinum Games etwas Neues. Allein das, muss meines Erachtens schon einmal gewürdigt werden. Unternehmen dürfen hier nicht auf die Spieler hören und müssen im Zweifelsfall auch einen Misserfolg hinnehmen. Bei Splatoon waren auch die Stimmen laut, die etwas gegen das Farbgeschmiere oder gegen die Bewegungssteuerung hatten. Trotzdem hat sich das Spiel im Nachhinein als sehr erfolgreich herausgestellt.

Wenn ihr über den Kauf nachdenkt, sollte euch bewusst sein, dass es sich bei Star Fox Zero um einen mehr oder weniger klassischen Arcade-Shooter handelt. Hier entsteht der Wiederspielwert durch das Freispielen der alternativen Routen und später durch die Highscorejagd. Ihr müsst auch damit rechnen, dass ihr nicht jeden Planeten auf Anhieb schafft. Wenn ihr allerdings die Zeit investiert, um die Steuerung zu beherschen und Spaß daran habt für jeden Planet die optimale Strategie herauszufinden, kann Star Fox für einige unterhaltsame Stunden sorgen.




Studio: Monolith Soft
Publisher: Nintendo
Entwickler: Nintendo EPD, Platinum Games
Erscheinungsjahr: 2016
Plattform: Wii U
Genre: Action/ Arcade Shooter
Altersfreigabe: USK 12

 

Chappie


Chappie CoverDer Film Chappie beginnt mit einem Zusammenschnitt aus Nachrichten, die über Gewalt und Kriminalität in Johannesburg berichten. Polizisten haben immer wieder das Nachsehen im Kampf gegen die Banden, doch das soll sich nun ändern. Auf einer Pressekonferenz stellt der Polizeipräsident die neue Wunderwaffe gegen alles, was momentan in der Metropole schief läuft, vor. Korruption, Gewalt und Kriminalität sollen von dem Robopolizisten zerschlagen werden und die Stadt wieder in neuem Glanz erstrahlen lassen. Dieser Polizeiroboter wurde maßgeblich von dem Ingenieur Deon Wilson entwickelt. Dabei handelt es sich allerdings nicht um die einzige Art Roboter. Vincent Moor, ein weiterer Ingenieur, der mit Deon zusammenarbeitet, hat ebenfalls einen Roboter entwickelt. Sein Roboter handelt jedoch nicht selbstständig, sondern muss von einem Menschen ferngesteuert werden. Letztendlich hat sich das Unternehmen gegen die ferngesteuerten Maschinen von Moor entschieden. Seitdem nutzt er jede Gelegenheit Deon und seine autonomen Roboter schlecht dastehen zu lassen. Obwohl Deons Robopolizisten sich bereits im Einsatz als erfolgreich erwiesen haben, ist er noch nicht am Ende seiner Forschung. Er hat sich zum Ziel gesetzt seine Polizeiroboter weiterzuentwickeln, sodass sie eines Tages eine echte künstliche Intelligenz besitzen. Sie sollen genauso wie ein Mensch lernen können und selbst Entscheiden, welches Handeln für sie richtig oder falsch ist. Zu Hause forscht Deon deswegen unermüdlich weiter, um aus seiner Fantasie irgendwann Realität werden zu lassen. Eines Abends scheint ihm der Durchbruch tatsächlich gelungen zu sein. Jetzt fehlt ihm nur noch das passende Testobjekt. Am nächsten Tag versucht er seine Vorgesetzte von dem Projekt zu überzeugen, doch vergebens. Kurzerhand beschließt Deon seine Forschung auf eigene Faust fortzusetzen und stiehlt einen defekten Polizeiroboter. Grade als er sich auf den Heimweg begibt, treten Yolandi und Ninja auf den Plan und entführen Deon mitsamt seinem Roboter.

Robopolizist

Robcop trifft Nummer 5. Der Film Chappie erinnert in seiner Prämisse deutlich an den 80er Jahre Klassiker Robocop. Auch hier sollen die bisherigen Polizisten, durch Roboter ersetzt werden. Spätestens sobald der Moose vorgestellt wird, der deutlich an den ED-209 erinnert, sind die Gemeinsamkeiten nicht mehr von der Hand zu weisen. Der neidische Ingenieur, dessen Idee verkannt wird und der nun einen Plan ausheckt, wie er das aktuelle Programm sabotieren und seiner Erfindung doch noch zum Durchbruch verhelfen kann.

Chappie Panorama

Posititv an dem Film aufgefallen und wirklich beeindruckend waren die Locations. Der Kontrast aus Science-Fiction Setting und den rauen Straßen von Johannesburg haben eine aufregende Komposition ergeben. Die Sets waren allerdings das einzig Authentische. Die Charaktere wirken die meiste Zeit völlig überzeichnet, um nicht zu sagen lächerlich. Es hätte dem Film gut getan, wenn Blomkamp auf richtige Schauspieler zurückgegriffen hätte. Optisch passen die zwei Gestalten zwar gut und der Soundtrack war durch die beiden Mitglieder der Band „Die Antwoord“ auch eine Bereicherung, aber die Darbietung der drei Gangster ist bemerkenswert schwach.

Ninja - Chappie

Der Film Chappie scheint sein Ziel völlig aus den Augen zu verlieren. Aufgrund der lächerlich wirkenden Charaktere und Handlung kann man den Film einfach nicht ernst nehmen. Oft stellt sich die Frage, was an dem Film nun Komik sein soll und was nur unfreiwillig komisch wirkt. Das Roboter Baby, das den Gangster imitiert. Yolandi, die besorgte Mutter, die sich doch nur um den kleinen Chappi sorgt. Unterstützt wird die melodramatische Handlung in den ruhigeren Szenen durch eine völlig überzogene und deplatziert wirkende theatralische Musik. Hier wird dem Zuschauer mit aller Deutlichkeit signalisiert, dass er sich hier um Chappie und Co. sorgen soll.

Chappie - Fistbump

Sobald die Botschaft der Szene dem Zuschauer mit der Faust aufs Auge präsentiert werden muss, weiß man, dass gesellschaftskritische Ansätze hier nicht zu erwarten sind. Dabei war mit Robocop die Vorlage bereits da, allerdings wurde das Potenzial durch eine Aneinanderreihung von Albernheiten gnadenlos verschenkt.

Um mit etwas positivem abzuschließen, soll hier die wirklich gelungende Darstellung des Roboters Chappie erwähnt werden. Mimik und Gestik wirken bei Chappie authentischer als bei so manch menschlichem Schauspieler in dem Film.

Fazit

Chappie ist ein Film, der durchaus unterhalten kann, solange man nicht zu hohe Erwartungen hat. Blomkamp schafft es nicht, an die Qualität von District 9 anzuknüpfen und auch ein Vergleich zu seiner offensichtlichen Inspirationsquelle Robocop, tut dem Film ebenfalls keinen Gefallen. Wenn man sich aber damit abfinden kann, nicht die tiefgründigste Geschichte erzählt zu bekommen, bleiben noch die nett anzusehenden Bilder und die zahlreichen humoristischen Momente, die meist allerdings aus Albernheiten bestehen.



Produktionsland: USA, Mexiko
Originalsprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 2015
Länge: 120 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12

Regie: Neill Blomkamp
Drehbuch: Neill Blomkamp, Terri Tatchell
Produktion: Neill Blomkamp, Simon Kinberg
Musik: Hans Zimmer
Kamera: Trent Opaloch
Schnitt: Julian Clarke, Mark Goldblatt

Besetzung

Sharlto Copley – Chappie (englische Originalstimme und Motion Capture); Dev Patel – Deon Wilson; Hugh Jackman – Vincent Moore;
Yolandi Visser – Yolandi; Watkin Tudor Jones – Ninja;
Sigourney Weaver – Michelle Bradley; Jose Pablo Cantillo – Amerika

A Company Man


A Company Man - CoverHyung-do ist ein Company Man und arbeitet laut eigener Aussage für eine ganz normale Firma in Südkorea. Allerdings ist die Firma nur zum Schein ganz normal, denn sie ist spezialisiert auf das professionelle Töten von Menschen. Hyung-do ist ein guter Angestellter, sogar einer der Besten auf seinem Gebiet. Er erledigt jeden Job zielstrebig, effizient und leidenschaftslos. Das ändert sich allerdings, als er den Auftrag bekommt seinen jungen Partner umzubringen. Als letzten Wunsch äußert dieser die Bitte seiner Mutter seine Ersparnisse zukommen zu lassen, die er in der Zeit in der Firma angesammelt hat. Wie sich herausstellt, handelt es sich bei der Mutter um Mi-yeon, eine ehemalige Sängerin, die Hyung-do früher sehr gemocht hat. Die Beiden fangen an Zeit miteinander zu verbringen und der Auftragskiller lernt ein Leben abseits der Firma kennen. Letztendlich erkennt er, dass er nicht länger seiner Profession nachgehen möchte, und beschließt in den vorzeitigen Ruhestand zu treten. Doch diese Entscheidung lässt ihn zur Zielscheibe der Firma werden, denn ein Ausstieg ist für gewöhnlich nur im Leichensack möglich.

Bei „A Company Man“ können durchaus Parallelen zu dem durchschnittlichen koreanischen Arbeiter gezogen werden, der ebenfalls pflichtbewusst in einer melancholischen Lethargie seinem bedeutungslos erscheinenden Job in einer riesigen Firma nachkommt und sich fragt, ob das nun alles im Leben gewesen sein soll.

A Company Man -

Genau diese Frage stellt sich nämlich auch Hyung-do als er Mi-yeon begegnet. So interessant diese Allegorie doch scheint, wird das Potenzial durch den Einsatz von typischen Klischeefiguren verschenkt. Hyung-do ist ein kaltblütiger Killer, wodurch es einem ohnehin schwerfällt, Sympathie zu dem Protagonisten aufzubauen. Auch wenn darauf verzichtet wird ihn beim Morden Unschuldiger zu zeigen, ist doch jedem klar, dass er, um an die Spitze der Firma zu kommen, etlichen Menschen das Leben genommen hat. Dazu kommt noch, dass der Protagonist wahrlich kein Mann vieler Worte ist, sodass es insgesamt an der nötigen Tiefe des Charakters fehlt.

A Company Man

Bei der Inszenierung kommen innovative Kameraeinstellungen zum Einsatz die in Verbindung mit den dynamischen Schnitten die actiongeladene Choreografie gelungen in Szene setzen. Doch trotz dieser Action Highlights und der vielversprechenden Prämisse bleibt A Company Man ein ruhig verlaufendes Action-Drama, das in weiten Teilen nur bedeutungslos vor sich hinzu plätschern scheint.

Trotzdem ist „A Company Man“ ein solider Film, der vor allem Leuten Spaß machen wird, die ohne große Erwartungen an ihn herangehen. Sucht man allerdings den Vergleich zu Genregrößen wie „Bittersweet Life“, „I saw the Devil“ oder „The Man from Nowhere“ ist die Enttäuschung vorprogrammiert. Hier haben die Werbetexte dem Film keinen Gefallen getan.

Fazit

Trotz der nur 96 Minuten Laufzeit hatte A Company Man, besonders aufgrund der einfarbigen Charaktere und der vorhersehbaren Story seine Längen. Sobald es allerdings kracht, spielt der Film seine Trumpfkarte aus und die liegt in der aufregenden Inszenierung der Actionsequenzen. Stilistisch hat sich Regisseur Lim Sang-yoon erkennbar an Genregrößen orientiert, allerdings diese nicht übertroffen, wodurch ein voreiliger Vergleich dem Film nur schadet. Unvoreingenommen betrachtet ist „A Company Man“ ein gelungenes Erstlingswerk, das sicher seine Macken hat, aber durchaus zu unterhalten weiß.



Produktionsland: Süd Korea
Originalsprache: Koreanisch
Erscheinungsjahr: 2012
Länge: 96 Minuten
Altersfreigabe: FSK 18/ ungeprüft

Regie: Lim Sang-yoon
Drehbuch: Lim Sang-yoon
Musik: Mowg
Kamera: Lee Hyung-deok
Schnitt: Nam Na-yeong

Besetzung

So Ji-sub – Ji Hyeong-do; Lee Mi-yeon – Yoo Mi-yeon; Kwak Do-won – Kwon Jong-tae; Kim Dong-jun – Ra Hoon; Lee Geung-young – Ban Ji-hoon, department head; Han Bo-bae – Ra Bo-seul; Yoo Ha-bok – Jin Chae-gook, department head; Yoo Na-mi – Miss Ahn, receptionist; Hong Kyung-yeon – Yang, chief of equipment materials team; Jeon Guk-hwan – Representative Jeon; Lee Jae-yoon – Shin Ip-nam, sales;

Xenoblade Chronicles X


CoverIn Xenoblade Chronicles X ist die Erde mitten in einen intergalaktischen Krieg geraten. Um dem sicheren Tod auf ihrem Heimatplaneten zu entgehen, sind die Menschen mit einer Art Arche in den Weltraum geflohen. Doch das riesige Raumschiff wird beschädigt und muss auf einem unbekannten Planeten notlanden. Dieser Planet ist Mira. Wie sich später herausstellt ist Mira ein sehr abwechslungsreicher Planet, mit unterschiedlichen Klimazonen in denen atemberaubende Kreaturen leben, der allerdings auch eine enorme Gefahr für die schiffbrüchigen Menschen darstellt. Der Spieler wird von einem weißhaarigen Mädchen namens Elma in einer Notlandekapsel gefunden. Elma gibt uns eine kurze Übersicht über die Geschehnisse. Sie erklärt uns, dass ein Teil des weißen Wals, so nennt sich die Arche, auf der die Menschen geflohen sind, ganz in der Nähe gelandet ist und dass bereits eine provisorische Kolonie gegründet wurde. Nachdem wir die Stadt erreicht haben werden wir mit dem Leben in unserer neuen Heimat vertraut gemacht. Vor allem müssen wir nun entscheiden, wie wir ein nützliches Mitglied dieser Gemeinschaft werden möchten. Je nachdem wie unsere Wahl ausfällt, sind wir ab sofort dafür zuständig die Kolonie vor feindlich gesinnten Lebewesen Miras zu beschützen, Rohstoffe zu sammeln, die Welt zu erkunden oder die Probleme unserer Mitmenschen zu lösen.

Missions Briefing

Der spielbare Charakter in Xenoblade Chronicles X ist stumm und hat selbst keine eigene Story. Die Geschichte wird durch die vielen Charaktere erzählt, auf die wir in den Haupt-, Harmonie-, und in einigen Nebenmissionen treffen. Als Spieler bekommt man die Möglichkeit aus vorgegebenen Antwortoptionen eine auszuwählen und so selbst der Figur Charakter und Seele zu verleihen. Feedback über das Befinden unserer Figur bekommt der Spieler nur über die mehr oder weniger gut umgesetzte Mimik.

Um die Hauptmissionen in Xenoblade Chronicles X spielen zu können und damit die Story voranzutreiben, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Meistens sind es bestimmte Harmoniemissionen, die abgeschlossen werden müssen, oder ein Gebiet muss zu einem bestimmten Prozentsatz erkundet werden. Für die Harmoniemissionen ist eine gewisse Harmoniestufe zu den jeweiligen Begleitern von Nöten. Am Anfang, solange man nur wenige mögliche Begleiter hat, ist das noch relativ einfach. Im Verlauf des Spiels werden die Harmoniemissionen allerdings zu einem einzigen Grindfest, da es 16 Charaktere gibt, die man in sein Team aufnehmen kann. Mit jedem dieser 16 Charaktere gilt es die Harmoniestufe auf volle fünf Herzen zu bringen, um alle Missionen abschließen zu können. Erschwerend kommt noch hinzu, dass einige der Charaktere nicht miteinander auskommen und man sie deshalb nicht zusammen in einem Team einsetzen kann. Es muss allerdings nicht jede Harmoniemission abgeschlossen werden um die Story zu beenden. Außerdem gibt es, nachdem man die Hauptmissionen komplett abgeschlossen hat, die Möglichkeit spezielle Nebenmissionen zu absolvieren. Bei diesen Missionen steigt die Harmonie zwischen den Gruppenmitgliedern schneller an. Also alles halb so wild.

Strand

Nachdem man sich entschieden hat, wie man in der Gemeinde seinen Beitrag leisten möchte, heißt es losziehen in die weite Welt und erkunden. Aber Vorsicht, schon direkt am Anfang lauern einheimische Wesen Miras, mit denen man sich besser nicht anlegen sollte. Eine Empfehlung von mir ist, möglichst frühzeitig die Sonden so weit wie möglich einzunehmen, da man dadurch später relativ wenig Geldprobleme hat. Auch ist es definitiv empfehlenswert sich mit dem System der Sonden auseinanderzusetzen, da es hier durchaus den ein oder anderen Trick gibt, wie Sonden möglichst effizient genutzt werden können. Zum Beispiel können mehrere Sonden gleicher Art nebeneinandergesetzt werden, sodass sie einen Bonus erhalten. Außerdem werden die Eigenschaften der Bohrstellen mit unterschiedlichen Wertungen eingestuft. Bei Forschungssonden spielt es dazu noch eine Rolle, wie viele Geheimnisse in dem Bereich bereits entdeckt wurden.  Da die Sonden die wichtigste Einnahmequelle in Xenoblade Chronicles X darstellen, empfiehlt es sich beim Levelaufstieg zuerst die mechanischen Skills zu verbessern, da diese benötigt werden, um einige Sonden zu platzieren.

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Aber nun genug mit der Theorie. Um die Geld- und Miraniumprobleme kann sich auch später gekümmert werden, spätestens aber, wenn man den ersten Skell kaufen möchte. Die meisten Spieler sind nämlich erst bei Spielstunde 20 – 30 so weit, dass sie ihre Skell-Lizenz haben. Bei mir hat es fast 50 Stunden gedauert. Ich hab mir allerdings auch sehr viel Zeit beim Erkunden gelassen und habe mich anfangs kaum mit Hauptmissionen beschäftigt. Ich habe es mir auch nicht nehmen lassen, bereits ohne den Skell die zwei Kontinente zu besuchen, die von der Startposition durch ein Meer getrennt werden.

Monster

In Xenoblade Chronicles X könnt ihr nämlich jederzeit so ziemlich überall hin. Es ist zwar nicht unbedingt empfehlenswert zu früh durch ein fortgeschrittenes Terrain zu streifen, denn der Tod lauert dort an jeder Ecke, aber meine unersättliche Gier nach Miranium und Credits hat mich von Sonde zu Sonde getrieben. Neben den finanziellen Vorteilen, hat das Einnehmen der Sonden auch noch den Vorteil, dass nach dem man die Sonde platziert hat, einem die Schnellreisefunktion zur Verfügung steht. Am Anfang ist ein Tod auch nicht wirklich eine Bestrafung, da der Spieler keinerlei Ko. Lediglich etwas nervig kann es werden, sobald man das zehnte Mal auf dem Weg zur Sonde mit einem Schlag in die ewigen Jagdgründe Miras befördert wird. Solltet ihr aber später mit den Skells auf Erkundungstour gehen, seid bloß vorsichtig! Ein Skell ist eine kostspielige Angelegenheit und im schlimmsten Fall müsst ihr euren Skell selbst bergen, was mit enormen Kosten verbunden ist. Dies wird nötig, wenn ihr eure Versicherungen aufgebraucht habt. Ein normaler Skell hat dreimaligen Versicherungsschutz. Sobald der aufgebraucht ist, werdet ihr jedes Mal wenn der Skell zerstört wurde zur Kasse gebeten. Den Verbrauch einer Versicherung könnt ihr mit gutem Timing und Geschick verhindern, indem ihr im richtigen Moment die  B-Taste drückt. Aber ich will auch gar nicht zu sehr ins Detail gehen.

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Die Welt von Xenoblade Chronicles X ist riesig und abwechslungsreich. Es gibt wirklich eine Menge zu entdecken und ich habe immer wieder über die beeindruckenden Landschaften und die mächtigen Kreaturen Miras gestaunt. Schon ziemlich am Anfang, sobald ihr die Kapsel verlasst und euch auf den Weg richtung Stadt macht, bekommt man in einer kleinen Zwischensequenz die fantastische Welt präsentiert. Aber solche Momente hat man durchaus auch mitten im Spiel. Zum Beispiel, wenn sich der ganze Himmel in der Nacht, ähnlich wie bei den Polarlichtern, verfärbt. In der Welt, den Monstern und der erzeugten Atmosphäre liegt auf jeden Fall die ganz große Stärke von Xenoblade Chronicles X.

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In der Siedlung könnt ihr Aufgaben am schwarzen Brett annehmen oder ihr findet in der gesamten Stadt verteilt Charaktere herumstehen, die euch mit Aufträgen versorgen. Außerdem lauscht ihr beim Vorbeilaufen den Gesprächen der Bewohner und bekommt so Hinweise darauf, welche Gerüchte aktuell kursieren und lernt etwas über die Sorgen und Ängste in der Stadt. Die Siedlung lässt sich durch mehrere Eingänge jederzeit ohne Ladezeiten betreten. Wenn ihr später den Skell samt Flugmodul besitzt, könnt ihr sogar einfach über die Außenmauer fliegen. Allgemein kommt das Spiel in seiner offenene Welt ohne Ladezeiten aus. Lediglich beim Betreten eures Hauptquartieres kommt es zu einem Ladebildschirm. Aber auch diese Ladezeit ist erträglich kurz. Zumindest wenn das ca. 10 Gigabyte große Erweiterungspaket auf eurer WiiU installiert ist. Ich habe das Spiel nicht ohne diese Erweiterungen gespielt, konnte aber aus anderen Reviews herauslesen, dass ohne diese, die Umwelt erst sehr viel später erscheint und es dadurch passieren kann, dass ein Monster direkt neben euch spawnt. Also meine Empfehlung lautet, WiiU aufräumen und Platz für das Datenschwergewicht schaffen.

Stadt

Xenoblade Chronicles X verfügt über ein ziemlich komplexes Kampfsystem, welches einen besonders im Kampf mit ebenbürtigen Gegnern ganz schön auf Trab hält. Hier gilt es Attacken mit seinen Teammitglieder abzustimmen, auf das Timing der eigenen Attacken und der Kampfschreie zu achten und dabei nicht die Übersicht im Kampfgeschehen zu verlieren.

Kampf 1

Um zu verdeutlichen, was ich mit komplex meine, möchte ich hier eine kurze Erklärung zum Kampfsystem schreiben. Wer sich selbst in die Welt des Kampfes in Xenoblade fuchsen will, oder nicht mit Details gelangweilt werden möchte, sollte diesen und den nächsten Absatz überspringen. Es gibt Attacken, die nach verschiedenen Farben kategorisiert sind. Gelb sind Fernkampf-, orange Nahkampfangriffe. Mit grünen Angriffen fügt man den eigenen Teammitglieder positive Buffer hinzu, wie zusätzliche Stärke, Heilung oder Resistenzen. Mit Lila Angriffen schwächt man den Gegner. Dann gibt es noch blau, aber was blau macht ist eine gute Frage, ich meine blau erhöht die Verteidigung. Auf jeden Fall verbrauchen blaue Attacken immer Spezialpunkte, die mir einfach zu kostbar waren und ich daher bei meinen Kämpfen grundsätzlich auf den blauen Angriff oder Buffer verzichtet habe. Bei dem Kampfsystem generell handelt es sich um ein Live-Action System. Die Attacken haben einen Cooldown, bis sie wieder angewendet werden können. Zusätzlich kann eine zweite Leiste aufgeladen werden, mit der die Attacke einen Bonus erhält. Diesen Bonus läd man auf, indem man Attacken der jeweiligen Klasse ausführt, sprich Nahkampf- oder Fernkampfangriffe. Des Weiteren fangen die Attacken im Kampf ab und zu an zu blinken. Das bedeutet, dass jemand in deinem Team grade einen Ruf auf die jeweilige Art der Attacke ausgeführt hat, auf die man mit der passenden Attacke antworten kann. Dies gibt wieder einen Bonus und zusätzlich kann so etwas Energie wieder hergestellt werden. Dies ist so ziemlich die einzige Möglichkeit Gesundheit im Kampf wiederherzustellen, also ein besonders wichtiger Faktor, auf den im Kampf geachtet werden muss. Und zum Schluss noch einmal zurück zu den bereits kurz erwähnten spezial Punkten. Ihr habt neben eurem Avatar eine grüne Leiste. Da werden die Spezialpunkte angezeigt. Diese sind zum einen nötig für manche Angriffe, die mit einem SP gekennzeichnet sind. Zum Anderen benötigt ihr die Punkte, um im späteren Verlauf das Übertakten zu aktivieren. Hier dreht ihr für eine kurze Zeit komplett durch. Eure Attacken bekommen einen weiteren Aufladebalken in Orange und laden sich außerdem wesentlich schneller wieder auf.

Kampf 2

Es ist durch den Übertakten Modus möglich enorme Kombos auf euren Kontrahenten abzufeuern und immensen Schaden anzurichten. Daher habe ich stets versucht die Punkte nicht zu viel für Attacken auszugeben, sondern für das Übertakten aufzusparen. Die Anzahl an Punkten, die eine Figur ansammeln kann, ist begrenzt. Für das Übertakten werden 3000 Spezialpunkte benötigt. Durch den Einsatz passender Rüstung kann diese Anzahl aber erhöht werden. Ich habe immer versucht möglichst viele der Punkte haben zu können. Sobald man in der Lage ist, zweimal hintereinander zu übertakten, bzw. diesen Modus lange aufrecht zu erhalten und eventuell noch in der Kombo eine starke SP-Attacke auszuführen, ist man in der Lage auch größere Gegner durch eine regelrechte Angriffswelle zu besiegen. Wer jetzt nicht komplett den Faden verloren hat, erkennt, Timing spielt hier eine besonders wichtige Rolle, da mit dem richtigen Timing beide Boni durch eine Attacke genutzt werden können. Ansonsten gilt es abzuwägen, antwortet man auf den Schrei seines Mitstreiters und bekommt dadurch zusätzlich etwas Lebensenergie zurück, oder wartet man, bis die Leiste voll ist, und nutzt den Boni für aufgeladene Angriffe. Was hier erst einmal kompliziert erscheint und auch im Spiel einem anfangs zu erschlagen droht, geht nach einiger Zeit in Fleisch und Blut über. Nach einigen Stunden auf Mira, stellt das Kämpfen dann kein Problem mehr da.

Das Kampfsystem ist für mich auf jeden Fall eine weitere große Stärke von Xenoblade Chronicles X. Es sorgt für spannende Kämpfe, die durchweg abwechslungsreich sind und immer die volle Aufmerksamkeit verlangen. Dadurch kommt auch bei den Phasen im Spiel, in denen häufiger Kämpfe bestritten werden müssen, keine Langeweile auf.

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Allerdings hat Xenoblade nicht nur Stärken. Eine besonders große Schwäche sind die teilweise unfassbar unfairen und nervigen Sammel- und Suchaufgaben. Bei den Nebenmissionen habe ich es ganz einfach so gehandhabt, dass ich nur die Sammelmissionen angenommen habe, die ich bereits erfüllt habe. Ansonsten besteht nämlich des Öfteren das Problem, dass man gesagt bekommt, sammle Kraut X oder besorge eine Feder von Monster Y, ohne das erwähnt wird wo sich das Monster befindet. Ich hab schon erwähnt, dass die Karte riesig ist, ja? Es kann dann durchaus der Fall sein, dass das für die Mission benötigte Item nur an einem ganz speziellen Ort auf der Karte zu finden ist und das auch nur sehr selten. Im schlimmsten Fall ist es dann noch an eine bestimmte Tageszeit oder Wetterbedingung gebunden. Ich bin ja kein Freund von Open-World-Spielen, in denen man nur von Punkt zu Punkt läuft und immer mit einem Pfeil vorm Gesicht rumläuft, aber das Gebiet darf ruhig etwas eingeschränkt werden. Besonders frustrierend wird es dann, wenn das Item für eine Harmoniemission benötigt wird, da während einer laufenden Harmoniemission keine weitere Harmoniemission und schon gar keine Hauptmission angenommen werden kann. Da bleibt in dem Fall also nichts anderes übrig als suchen, suchen und weiter suchen. Ich kenne mich jedenfalls nun in Mira aus. Ich weiß, wo ich bestimmte Rohstoffe finde und wo sich die Monster so rumtreiben.

Kampf 3

Ein weiteres großes Manko ist die Story. Ich konnte mich ja mit der Idee des stummen Protagonisten anfreunden. Man selbst ist der Protagonist und es soll die Immersion durch diese Designentscheidung verstärkt werden. Allerdings konnte ich die Mimik und Gestik meines Charakters nicht ernst nehmen. Auch die Charaktere mit Stimme bleiben eher flach. Nur einige der 16 potenziellen Teammitglieder bieten einen interessanten Hintergrund, der es wirklich Wert ist zu ergründen. Dabei werden eigentlich interessante Themen behandelt. Vor allem Rassismus ist in der Kolonie ein großes Problem. In einigen Reviews bin ich auf den Vorwurf gestoßen, das Spiel selbst sei rassistisch und es werden etliche rassistische Witze gemacht, die einfach nur geschmacklos sind. Ja und Nein. Die Witze gibt es, meistens wird sich dabei auf das Mädchen Lin bezogen, das sich immer und immer wieder vor jeder Hauptmission über den einheimischen Begleiter lustig macht und ihn versucht zu einer Mahlzeit zu verarbeiten. Es wird allerdings vor allem in den Harmoniemissionen das Thema Rassimus immer wieder aufgegriffen.Dabei wird dieser deutlich als negativ dargestellt, da in der Inszenierung eine dem Rassismus gegenüber deutlich negative Tonation enthalten ist. Auch kommt es durch rassistische Motivationen immer wieder zu verschiedenen Problemen in der Stadt. Da wären rechte Gruppierungen der Menschen, die versuchen alle Nichtmenschen aus der Stadt zu vertreiben und dabei auch vor Mord nicht zurückschreckt. Aber auch bei den anderen Rassen tritt das Thema Hass gegenüber anderen Rassen in Erscheinung. Sei es Aussehen, Verhalten Intelligenz oder Gewohnheiten der fremden Spezies. Alles gibt Anlass für Angst und Hass gegenüber den Anderen. Als Spieler ist man meistens als Schlichter unterwegs, allerdings sind die Versuche nicht immer von Erfolg gekrönt. Oft wird man nur Zeuge von Verbrechen und Gräueltaten. Also den Vorwurf das Spiel sei rassistisch, möchte ich so nicht stehen lassen. Trotzdem kann ich auch nicht sagen, dass Xenoblade Chronicles X durch seine Story brilliert. Es gibt hier und da mal ein paar Häppchen an interessanter Geschichte rund um den weißen Wal und seinen Bewohner, allerdings hab ich mich auch nur allzu oft dabei erwischt, wie ich mit den Gedanken vom Spiel abdriftete, sobald mal wieder ein ewiger Monolog gehalten wurde, bzw. ich dazu aufgefordert wurde, diesen Monolog auch noch zu lesen. Des Öfteren wurde ich dann nach meiner Meinung gefragt und hatte keinen Schimmer bei welch wichtiger Entscheidung ich nun um Rat erbeten wurde.

Skell

Als Fazit lässt sich sagen, dass ich mit Xenoblade Chronicles X unfassbar viel Spaß hatte. Soviel wie seit sehr langer Zeit nicht mehr mit einem Open-World-Spiel. Die Story ist für ein RPG viel zu schwach, aber für mich hat die Welt und die reine Spielfreude, die ich durch das Erkunden der Welt hatte, alles wieder wettgemacht. Ich merke schon, ich kann bei dem Fazit in keinster Weise objektiv bleiben. Xenoblade Chronicles X hat mich mit seiner Welt und den in ihr lebenden Wesen verzaubert. Besonders befriedigend war es, als langsam aber merkliche die Fähigkeiten meines Helden gestiegen sind, sodass ich nach und nach immer mehr Monstern die Stirn bieten konnte. Dann, nachdem so langsam die Luft raus und kaum ein Weiterkommen mehr möglich zu sein schien, gab es endlich den Skell. Erst zwar nur den Leichten und ohne überhaupt fliegen zu können, aber ich hatte wieder ein Ziel vor Augen. Die Möglichkeiten schienen grenzenlos und meine Motivation ebenfalls. Nachdem dann die Story von Xenoblade abgeschlossen war und ich dachte, ich hatte nun alles erreicht, was für mich zu erreichen möglich war, wurde ich eines besseren belehrt. Das neue Ziel hieß Ares 90. Dabei handelt es sich um einen besonders starken Skell, der allerdings auch besonders teuer ist. Also noch ein letztes Mal grinden, bis alle nötigen Teile beisammen waren. Ich hatte nämlich noch einige Rechnungen mit den Kreaturen Miras offen. Nach nun knapp 300 Stunden auf Mira habe ich nun auch dieses Ziel erreicht. Ich konnte (fast) alle der großen Monster erlegen und habe das Gefühl in den wohlverdienten Ruhestand treten zu können. Es ist jetzt an der nächsten Generation von Blades, den Menschen ein friedliches Leben auf Mira, in Gemeinschaft mit den anderen Völkern zu ermöglichen.

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Fazit vom Fazit: Besitzer einer WiiU, die Spaß beim Erkunden einer wunderschönen, abwechslungsreichen sowie riesigen Spielwelt mit atemberaubender Flora und Fauna haben und die mit einem gut durchdachten, komplexen und fordernden Kampfsystem in dieser Welt ums überleben Kämpfen möchten und die dafür Abstriche bei Story und Inszenierung bereit sind in Kauf zu nehmen, können bei Xenoblade Chronicles X zuschlagen.




Studio: Monolith Soft
Publisher: Nintendo
Entwickler: Monolith Soft, Nintendo SPD
Erscheinungsjahr: 2015
Plattform: WiiU
Genre: Rollenspiel/ JRPG
Altersfreigabe: USK 12

 

Die Boxtrolls


Boxtrolls - CoverDie Boxtrolls wohnen in der Kanalisation, und leben durch das, was die obige Welt wegwirft. Immer nachts kommen die Trolle an die Oberfläche und sammeln dort alles, was sie zum Leben brauchen. Sie müssen dabei vorsichtig vorgehen, da das Gerücht in der Oberwelt vorherrscht, dass die Boxtrolls Kinder essen. Deshalb wurde auch von dem Stadtoberhaupt der zwielichtige Mr. Snatcher beauftragt alle Boxtrolls, die in der Stadt leben, zu fangen. Als Gegenleistung wurde ihm ein weißer Hut versprochen, der ihm Zugang zu der höheren Gesellschaft und zu der Käseverkostung gibt.

Boxtrolls - Nachts in der Stadt

Der Film liefert auf eine simple Art Denkanstöße zu der Frage nach Gut und Böse. Die Fänger halten sich eindeutig für die Guten und die Boxtrolls sind die bösen Monster, dabei verhalten sich die Fänger ganz und gar nicht wie die Guten. Dem Publikum und auch dem jüngeren Publikum wird das deutlich indem die Boxtrolls als relativ niedliche Geschöpfe dargestellt werden und der Jäger nach der Unterhaltung, in der sie festgestellt haben, dass sie die guten sind, ruft: Bleib stehen und lass dich von mir schlagen. Eine wehrlose Kreatur in einem Karton zu schlagen ist aber ganz deutlich keine gute Handlung. Das Ganze jetzt auf die reale Welt zu beziehen geht wahrscheinlich zu weit, vor allem bei dem Zielpublikum, aber interessant das diese Thematik behandelt wird. Wie die Elite der Stadt dargestellt wird, lässt einige kritische Gedanken zu, auch bezüglich unserer Gesellschaft. In der Welt in  Boxtrolls sind die Weißhüte durch Reichtum, Prestige oder Habitus legitimiert. Der Bürgermeister, der auch der Vater von Winnie ist, ist sehr stolz auf seine neuste Investition, einen riesigen Käse. Zunächst hatte der Rat darüber nachgedacht für das Geld ein Kinderkrankenhaus zu bauen, hat sich aber letztendlich für den Käse entschlossen.

Boxtrolls - Lord

Käse und Kisten machen einen nicht zu einer anderen Person, man ist, wie man ist. Eine zweideutige Botschaft. Zum einen positiv, da es aussagt, dass man sich nicht durch Kleidung oder ein besonderes Essen verstellen, und jeder einfach er selbst sein sollte. Zum Anderen sagt es aber auch aus, dass man als Unterschichtler nicht in die gehobene Klasse aufsteigen kann. Man kann zwar sein Verhalten ändern und auch sein Aussehen, aber trotzdem wird man am Ende nicht dazugehören. Snatcher ist eine Art Rattenfänger und das bleibt er auch. Aus seinem Ich kann er nicht raus, auch nicht wenn er sich fein kleidet wie die Herrschaften, einen weißen Hut trägt und im Käsezimmer Käse verkostet.  Meine Interpretation geht hier womöglich etwas zu weit, aber diese Gedanken sind mir beim Angucken des Films gekommen.

Doch etwas Bestätigung finde ich im Ende des Films, durch die dieses Mal offensichtliche Meta-Ebene. Es wird gezeigt wie die Knetfiguren von einem Mann bewegt werden während sie darauf aufmerksam machen, dass sie mühevoll für jede Bewegung von einem anderen Wesen bewegt werden müssen.

Boxtrolls - Niedlicher Troll

Meta-Ebene hin oder her, Boxtrolls ist durchaus ohne irgendwelche Interpretationen ein unterhaltsamer Film, in den die Macher sichtlich sehr viel Mühe und Leidenschaft investiert haben. Nach den ersten fünf Minuten des Films war ich zwar zunächst noch skeptisch, aber je länger der Film andauerte, desto mehr hab ich die Trolle ins Herz geschlossen. Die Geschichte um die kleinen Kreaturen kann einen schon emotional etwas mitnehmen. Vor allem als Mr. Snatcher seinen finalen Angriff auf die letzten freien Boxtrolls ausübt. Auch das Desinteresse der Menschen und speziell des Vaters von Winnie hat mich nicht kalt gelassen. Die zunächst gruseligen Figuren werden nach und nach immer niedlicher, und auch wenn sie ihre körperlichen Makel haben, verlieren sie bis zum Ende komplett ihren anfangs noch vorhandenen Schrecken und wirken, trotz ihres Aussehens, deutlich menschlicher als so mancher Mensch in dem Film.



Produktionsland: USA
Originalsprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 2014
Länge: 95 Minuten
Altersfreigabe: FSK6

Regie: Graham Annable, Anthony Stacchi
Drehbuch: Irena Brignull, Adam Pava
Produktion: Travis Knight, David Ichioka
Musik: Daniel Welbat
Schnitt: Edie Bleiman

Besetzung
Lord Portley -Rind – Jared Harris; Lady Portley-Rind – Toni Collette; Winnie Portley-Rind – Elle Fanning; Mr. Trout – Nick Frost; Archibald Snatcher – Ben Kingsley; Mr. Gristle – Tracy Morgan; Mr. Pickles – Richard Ayoade; Herbert Trubshaw – Simon Pegg; Eggs – Isaac Hempstead-Wright